Nur noch ein paar Tage bis zum größten Volksfest Österreichs

St. Veiter Wiesenmarkt in den 1950er Jahren. Foto: Stadt St. Veit/Glan
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  • St. Veiter Wiesenmarkt in den 1950er Jahren. Foto: Stadt St. Veit/Glan
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"Die Stadt bekam durch den Wiesenmarkt ein anderes Gesicht, in den Straßen mehr Leben, die Wirtshäuser gefüllt, die Wege mit Fuhrwerken voll. Auf der Wiese wurde gearbeitet, die Hütten vollendet, Kegelbahnen errichtet, Wirtsbuden aufgestellt, in denen es kochte und prasselte. Noch waren es acht Tage bis zum Markt, aber an allen Seiten hämmerte, klopfte und rauchte es," schrieb Dr.Sebastian Weberitsch vor bald einhundert Jahren.

Damals wie heute spazieren die St.Veiterinnen und St.Veiter schon seit Tagen auf die Wiese. Im Grunde steht der Markt schon in seinem vollen Ausmaß: Geräte sind aufgebaut, die Hütten wurden fertig gezimmert. Eine schenkt sogar schon aus. Auch der Duft, den ein Pizzaofen ausströmt, zieht durch die Straßen und Gassen des Wiesenmarkt-Kernbereichs. Es wird noch gehämmert, getragen, montiert. Alles ist in freudiger Erwartung.
Kinder spielen im Marktkernbereich, Jugendliche sitzen in Gruppen rum. Man war schon als Kleinkind da, man kennt die Hütten und sieht kleine, ja kleinste Veränderungen im Lageplan: Pötscher und Prechtl, das sind Namen am St.Veiter Wiesenmarkt.
Ein jeder kennt auch das Tagada, das Break Dance und ein Wiesenmarkt ohne Ringelspiel und Riesenrad, was wäre das für ein Markt?
Die Sonne strahlt schon herbstlich vom Himmel. Die Hütten und die Geräte am Markt sind in ein milderes, weiches Licht getaucht. Der blaue Himmel am Muraunberg und über den Wimitzer Bergen hebt sich in scharfen Konturen von den Wäldern und Höhen ab. Bilder die wir vom Frühherbst kennen.

Tradition und Gegenwart

Fritz Knaus (1854-1938) schrieb einst: "Der Wiesenmarkt, oder vielleicht die ganze Aufmachung hat sich seit meiner Jugendzeit sehr verändert. Einerseits hat er sich verschönert, andererseits viel vom Originellen verloren."
Natürlich hat sich der Markt auch in den letzten Jahrzehnten verändert. Er ändert sich stets, er passt sich an die soziokulturellen und wirtschaftlichen Gegebenheiten an und die Infrastruktur der Marktwiese wird immer wieder auf den neuesten Stand gebracht. Sehr stark im Kommen sind auch Bestrebungen, Traditionen für künftige Generationen zu bewahren. Der Verein Schaubude ist ein Verein zur Erhaltung alter Wiesenmarkt Traditionen. Im Mittelpunkt des Vereins steht das Betreiben einer Naturkegelbahn, eines Streichelzoos, Bogenschießen, Kinderanimation, Puppentheater und ein kamotes Flair. Nebenbei bietet der Verein mit Konzertveranstaltungen auch Künstlern aus der Region eine musikalische Plattform am Markt. Am Traditionsmarkt wird das biologische süffige Bier, einer heimischen Brauerei, das der Brauerei Wimitz, ausgeschenkt.

Noch bis in die 60er Jahre dauerte der Wiesenmarkt 17 Tage, beginnend an einem Samstag und endend an einem Montag, über drei Sonntage. Er bestand aus drei verschiedenen Märkten, dem Vormarkt, dem Hauptmarkt und dem kleinen Markt. Später wurde die Dauer auf zehn Tage verkürzt.

Der St.Veiter Wiesenmarkt zieht Jahr für Jahr hunderttausende Menschen in seinen Bann, die es sich für ein paar Stunden einfach gut gehen lassen wollen, die die Sorgen des Alltages für eine kurze Zeit vergessen, sich unterhalten, vergnügen, einkaufen, tanzen und kulinarisch verwöhnen lassen. In ein paar Tagen beginnt der 651. bunte und fröhliche und traditionsreiche St.Veiter Wiesenmarkt und für St.Veit die "fünfte" Jahreszeit.

Verweise:

http://www.wiesenmarkt.at/webcam/wiesenmarkt.jpg

http://www.wiesenmarkt-stveit.at/

http://www.wiesenmarkt.at/

http://www.facebook.com/schaubude (alternative Wies'n)

Autor:

Franz Waditzer aus St. Veit

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