Liebenfels
Vergabe der Gemeindejagd sorgt für Ärger

Bei der Vergabe der Jagd in Hardegg spießt es sich.
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In diesem Jahr vergeben die Gemeinden ihre Jagdgebiete neu. Die ÖVP Liebenfels kritisiert nun die Vergabe der Jagd Hardegg, der Jagdverwaltungsbeirat hob die Entscheidung des Gemeinderates auf. 

LIEBENFELS. LIEBENFELS. Nach zehn Jahren erfolgt die Vergabe der zu bejagenden Pachtgebiete in den Kärntner Gemeinden neu. Die Gemeinde Liebenfels muss über vier Jagdgebiete entscheiden. Bei drei Verpachtungen gab es keine Uneinigkeit, beim rund 860 Hektar großen Jagdgebiet Hardegg spießt es sich.
Um die Verpachtung Hardegg haben sich zwei Jagdgesellschaften beworben: die Jagdgesellschaft Karl Kirchmeier sowie die Jagdgesellschaft Hardegg. VP-Gemeindevorstand Rudolf Planton wirft nun der Gemeinde fehlende Transparenz bei der Befragung der Grundeigentümer für die Vergabe der Jagd Hardegg vor.

Die Chronologie

Seit 30 Jahren bejagt Kirchmaier laut Bürgermeister Klaus Köchl die Eigen- und zuletzt Gemeindejagd. "Ich war nun das dritte Mal bei der Jagdvergabe dabei, mir ist bisher kein Fall bekannt, dass es über Kirchmaier Beschwerde über Nichteinhaltung der Abschusspläne oder anderes gegeben hätte", sagt Köchl.  

SP-Bürgermeister Klaus Köchl
  • SP-Bürgermeister Klaus Köchl
  • Foto: Bettina Knafl
  • hochgeladen von Bettina Knafl

Nachdem Kirchmaier die Eigenjagd verloren habe, habe er eine Jagdgesellschaft gebildet und um Pacht der Gemeindejagd angesucht. Da der Jagdverwaltungsbeirat sich in diesem Fall nicht einig wurde, sollte die Gemeinde über die Vergabe abstimmen. Im zweiten Wahlgang fiel das Votum 12:9 (zwei ungültige Stimmen) für Kirchmaier aus. Da der Gemeinderatsbeschluss vom Jagdverwaltungsbeirat nicht bestätigt wurde, folgt jetzt eine Befragung der Grundeigentümer. "Bei einem Einwand muss man persönlich Einspruch am Gemeindeamt erheben. So steht es im Jagdgesetz", erläutert Köchl.

Grundeigentümer stimmen an

84 Grundeigentümer im Jagdgebiet Hardegg haben einen Brief erhalten und dürfen nun ihre Stimme abgeben. „Melden mehr als ein Drittel der Grundeigentümer mit mehr als ein Drittel der Fläche Einwand gegen den Gemeinderatsbeschluss, dann wäre dieser aufgehoben. Die Vergabe der Jagd müsste dann neu beschlossen werden“, erklärt Planton.

"Mangelhaft"

Ihn regt die Fragestellung der Gemeinde auf. Sie sei mangelhaft, nicht korrekt und in keiner Weise für eine objektive Entscheidung geeignet.
Es ist laut Planton für die Grundeigentümer wichtig zu wissen, welche Jagdgesellschaften sich um die Jagd beworben haben und ob sie in der Lage sind, einen geordneten Jagdbetrieb zu gewährleisten.

VP-Gemeindevorstand Rudolf Planton kritisiert die Pachtvergabe.
  • VP-Gemeindevorstand Rudolf Planton kritisiert die Pachtvergabe.
  • Foto: Privat
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"Die Jagdgesellschaft Kirchmeier hat vier Mitglieder genannt. Die Jagdgesellschaft Hardegg besteht aus 17 Mitgliedern, die alle aus dem betreffenden Jagdgebiet stammen", wirft dieser Umstand für Planton die Frage auf, warum die SPÖ für eine Jagdgesellschaft mit vier Jägern stimmt.

"Gute Erfahrungen"

"Ich bin froh, wenn es eine geordnete Jagd wie in der Vergangenheit gibt. Es gab im Gemeinderat eine demokratische Entscheidung. Ich bin der Meinung, dass man die Bevölkerung nicht entzweien sollte", sagt Bürgermeister Klaus Köchl (SPÖ). Er habe mit Familie Kirchmeier in den letzten 30 Jahren gute Erfahrungen gemacht. "Ich bin grundsätzlich für die Jagdvergabe an Familie Kirchmaier. Zumal es sich nur um die Führung handelt, denn die Jäger der Jagdgesellschaft dürfen dort jagen", sagt Köchl.

Frist bis 30 November

Bis 30. November haben die Grundbesitzer für ihren Einspruch Zeit. Das folgende Prozedere gehe im Jagdgesetz nicht eindeutig hervor, sagt Köchl: "Wenn ein Drittel überschritten wird, kommt der Akt zur Überprüfung zum Land", soll in Folge das Land eine Stellungnahme zum weiteren Vorgehen abgeben. "Der Gemeinderat hat bereits abgestimmt, warum sollte er nochmals abstimmen", fragt Köchl. Es käme dann nur mehr eine Versteigerung des Jagdgebietes in Frage.

Zur Info

"Eine wichtige Rolle spielt der Jagdverwaltungsbeirat, die Vertretung der Grundeigentümer im Jagdgebiet Hardegg. Wenn der Gemeinderat einen Bewerber die Jagd zuspricht, muss der Jagdverwaltungsbeirat zustimmen, damit die Verpachtung gültig ist", erklärt Rudolf Planton das Jagdgesetz.
Unter einem geordneten Jagdbetrieb versteht man alle Maßnahmen die zur Organisation der Jagd gehören, sagt Planton.  Dazu zählen die Erstellung eines Abschussplanes, die Jagdleitung, die Meldung der Abschüsse, die Organisation rund um das Fallwild, die Aufstellung und Pflege der Hochsitze, die Jagdaufsicht, Vereinbarung der Wildfolge, Wildwarngeräte aufstellen, Wildschadensregelung und vieles mehr.

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