14.11.2013, 17:41 Uhr

Die Räuber vom Wolschartwald

(Foto: Leeb)
Erster Teil der Sagen-Serie: Sie beginnt mit einer Sage rund um den legendären Krapfenbäck Simale.

WOLSCHART. Es war eine ungemütliche Zeit, als die Franzosen Kärnten besetzt hielten. General Rusca führte ein hartes Regiment und hob hohe Steuern ein. Niemand wagte es, sich gegen die Franzosen aufzulehnen. Niemand, außer dem Krapfenbäck Simale und seinen Wolscharträubern.

Der Krapfenbäck Simale, oder Simon Kramer, wie er eigentlich hieß, hatte keine Angst vor den Franzosen. Er spielte ihnen Streiche, und selbst die Kriegskasse war nicht sicher vor ihm. General Rusca ließ die Geldtruhe rund um die Uhr von sechs Soldaten bewachen. Den Krapfenbäck Simale schreckte das nicht. Er schlich sich eines Nachts in das Lager der Franzosen und stahl die Kriegskasse.

Der General wusste, wer ihm das angetan hatte, und er setzte ein Kopfgeld auf den Krapfenbäck Simale aus. Jedes Haus, jeder Stadel und jede Höhle im Wald musste durchsucht werden. In Wahrheit saß der Krapfenbäck Simale aber beim Wegscheider im Wirtshaus und spielte Karten. Er hatte sein magisches Messer bei sich. Noch zeigte die Spitze des Messers zur Tür. Sobald sich das Messer bewegte, wusste der Krapfenbäck Simale, dass Feinde in der Nähe waren. Eines Abends merkte der Krapfenbäck Simale, wie das Messer zu zittern begann. Die Franzosen waren in der Nähe, aber noch hatte er Zeit für eine Kartenpartie. Dann drehte sich das Messer und die Spitze zeigte gegen die Brust des Simale. Doch der Krapfenbäck Simale dachte gar nicht daran.

Er mischte gerade die Karten, als die Franzosen die Tür eintraten und sofort feuerten. Der Krapfenbäck Simale sank tot von seinem Stuhl. So endete der Räuber und Beschützer der Armen.

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Alfons Lepej aus St. Veit | 16.11.2013 | 15:03   Melden
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