01.10.2014, 18:38 Uhr

Eltern leisten nun Widerstand

Gabriella Lesjak ist Geschäftsführerin vom BÜM in Kärnten

WOCHE-Bericht löste umfangreiche Diskussionen über Kinderbetreuung aus.
Peter Pugganig

ST. VEIT. "Rückschlag in der Kinderbetreuung", so lautete die Überschrift eines WOCHE-Artikels vom 27. August dieses Jahres, der eine landesweite Debatte über dieses Thema zur Folge hatte.

Mediales Echo
Mehr als 3.000 Zugriffe auf den Bericht im Internet und die danach erfolgte intensive Behandlung der Kinderbetreuungsproblematik in fast sämtlichen Medien brachte die allgemeine Diskussion darüber kräftig in Schwung. Kritikpunkt von betroffenen Eltern ist dabei vor allem der nunmehr verpflichtende Aufenthalt der Kinder bis 16 Uhr. Die WOCHE hat jetzt in der Zentrale des BÜM Kärnten nachgefragt, wie sich die Lage in den Betreuungsstätten derzeit darstellt.
Es rumort nach wie vor
"Es ist zwar momentan so, dass die meisten Eltern ihre Kinder bis 16 Uhr in der Obhut der Betreuer lassen, was allerdings nicht die allgemeine Akzeptanz der Vorschriften bedeutet", stellt Gabriella Lesjak, Geschäftsführerin des BÜM-Kärnten, klar und ergänzt: "Wir führen laufend Gespräche mit sehr vielen Eltern und betreiben umfangreiche Aufklärung um Beruhigung in diese aufgeregte Situation zu bringen". Laut Lesjak gilt es nun abzuwarten, wie die Politik auf diese aufgeheizte Debatte reagiert und meint: "Das letzte Wort ist wohl noch nicht gesprochen".
Eltern wehren sich
Eine betroffene Mutter findet Positives an dem Medienrummel, der viele Eltern bestärkt hat, sich gegen etwas zu wehren, das einen erheblichen Einschnitt in ihr Familienleben bedeutet. "Die Stimmung ist jetzt etwas besser, weil nicht jeder um eine individuelle Lösung kämpfen muss".

Meinung
Wo bleibt die Flexibilität in der Betreuung unserer Kinder?
Die Landesregierung scheint fest entschlossen, Eltern eine vorzeitige Abholung ihrer Kinder aus der Nachmittagsbetreuung zu verwehren. Pech, vor allem für jene Erziehungsberechtigten, die ihre Zöglinge nach 14 Uhr weder zu einem Sportverein schicken, noch in eine Musikschule stecken können oder wollen. Nahezu alle Firmen verlangen von ihren meist teilzeitbeschäftigten Arbeitnehmerinnen bezüglich ihrer Arbeitszeit ein Höchstmaß an Anpassungsfähigkeit. Der öffentliche Bereich ist in der Kindernachmittagsbetreuung ganz offensichtlich nicht in der Lage, oder besser gesagt nicht gewillt, auf Lebensrealitäten der berufstätigen Mütter Rücksicht zu nehmen. Verbohrte Bürokraten schaffen es scheinbar tatsächlich, mehrfach belasteten Frauen ihre Kinder unnötig vorzuenthalten. Peter Pugganig
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