01.02.2012, 06:00 Uhr

Mehr Frauen ohne Arbeit

Arbeitslosigkeit ist im Bezirk gesunken. Nicht aber bei Frauen und Jugendlichen.

harald.hirschl@woche.at

Im Jahresschnitt ist die Arbeitslosigkeit im Bezirk St. Veit leicht gesunken, um 0,7 Prozent. 13 Personen weniger als im Vergleichsjahr 2010 hatten keine Arbeit.
1.770 Personen waren auf Arbeitssuche. Das geht aus der aktuellen Statistik des AMS (Arbeitsmarktservice) hervor. Von dieser Abnahme sind aber nur die Männer betroffen. „Bei ihnen gibt es einen Rückgang von 5,2 Prozent. Nicht profitiert haben allerdings Frauen und Jugendliche. Gegenüber dem Jahresende 2010 sind 5,8 Prozent mehr Frauen ohne Beschäftigung“, zieht Günter Krassnig, AMS-Bezirksstellenleiter in St. Veit, Bilanz.
Die hohe Arbeitslosigkeit der Frauen ist einerseits saisonal begründet, andererseits durch den Rückgang der Beschäftigungsmöglichkeiten im Bereich Industrie, Gewerbe, Bürobereich und Dienstleistungen. Diesem Umstand will man beim AMS entgegentreten. „Vom gesamten Förderbudget werden fast 60 Prozent für die Frauen eingesetzt, um deren Benachteiligung am Arbeitsmarkt entgegenzutreten. Aus-und Weiterbildung für Frauen ist bei uns ein Schwerpunkt“, so Krassnig. Damit sollen sie auch für technische Berufe begeistert werden, da in diesem Bereich zusätzliche Beschäftigungsmöglichkeiten bestehen. Im Schnitt haben im Vorjahr 284 Menschen im Bezirk entsprechende Kursangebote zur Weiterbildung besucht.

430 Kurse für 2012
„Je besser die Ausbildung, desto besser die Chancen am Arbeitsmarkt“, so der AMS-Leiter. Kärntenweit stehen für dieses Jahr 430 Kurse für 12.000 Teilnehmer zur Verfügung. Der Rückgang bei den Männern lässt sich darin begründen, dass in den männerdominierten Branchen wie Bau, Metall, Elektro zusätzliche Arbeitsmöglichkeiten geschaffen wurden. „Der Rückgang der Arbeitslosigkeit im ersten Halbjahr wurde durch das Abflauen des Wirtschaftsaufschwungs im zweiten Halbjahr aufgehoben“, so Krassnig.
Ein Anstieg der Arbeitslosigkeit ist auch bei den Jugendlichen (plus 8,8 Prozent, plus 24 Personen) zu verzeichnen. „Auch hier sind in erster Linie Frauen betroffen“, sagt Krassnig. Insgesamt waren 2011 302 Jugendliche ohne Beschäftigung. „Auch da wieder vor allem Frauen aus den schon genannten Gründen“, erklärt Krassnig. Und bei Personen über 50 Jahren kann man keine große Veränderung feststellen. Einen Zuwachs von 152 Personen gab es 2011 auch bei den unselbstständig Beschäftigten, 20.901 waren es im Vorjahr. Bei den offenen Stellen gab es ein Plus von 14,3 Prozent (166 im Vorjahr, 145 im Jahr 2010).
Um 4,2 Prozent oder mit 49 um zwei Personen mehr Lehrstellensuchende im Vergleich zu 2010 waren 2011 zu verzeichnen. Derzeit gibt es 23 offene Lehrstellen. Für heuer ist ein geringes Wirtschaftswachstum prognostiziert. Deshalb sei laut Krassnig mit einem Anstieg der Arbeitslosigkeit zu rechnen. 2012 setzt sich das AMS ehrgeizige Ziele. „Wir wollen die Dauer der Arbeitslosigkeit so kurz wie möglich halten“,so Krassnig. Weiters will das AMS-St. Veit den Ausbau der Selbstbedienungsschiene forcieren
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