Neuaufstellung und Renovierung des Museums für den Objektfund des metallurgischen Laboratoriums Oberstockstall
Außergewöhnlicher Fund bewegt die Gemeinde
- Ankunft des neuen alten Glockenturms, Franz Aigner (links) und Bürgermeister Wolfgang Benedikt (rechts) (c) Franz Aigner / Gemeinde Kirchberg
- hochgeladen von Claudia Raidl
KIRCHBERG / OBERSTOCKSTALL. „Unserer Familie ist es ein großes Anliegen, dass dieser Fund der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wird. Wir sehen uns nicht so sehr als Besitzer, sondern als Träger eines kulturellen Erbes, welches wir teilen wollen.
Die Geschichte
Fritz Salomon findet auf dem Familiengut in Oberstockstall, in der ehemaligen Sakristei der gotischen Kirche, erste Teile von Gegenständen die sich als Bestand einer Alchemistenlaborausstattung erweisen. Die damalige Archäologiestudentin Sigrid von Osten beginnt mit der aufwändigen Bergung, Restaurierung und Auswertung der Fundstücke und verbindet diese Arbeit mit ihrer Dissertation: „Mit der Bergung und wissenschaftlichen Aufarbeitung des Fundes verbindet mich ein über 40jähriges Lebenswerk.“
Einmalige internationale Bedeutung
„Es handelt sich um einen einzigartigen denkmalhistorischen Fund und der einmaligen Möglichkeit die Präsentation der Artefakte in einem neu aufgestellten Museum mit dem Originalfundort, dem Alchemisten Labor aus dem 16. Jahrhundert und nachfolgenden Sakristei der Kirche von Gut Oberstockstall in Beziehung zu setzen.“, erklärt Hermann Fuchsberger, Leiter des Bundesdenkmalamtes für NÖ.
Neuaufstellung des Gebäudes „Altes Rathaus“
Um den geschichtlich höchst bedeutsamen Fundstücken den passenden Präsentationsraum zu bieten, wurde 1993 im Gebäude des alten Rathauses das Alchemistenmuseum eröffnet. Kuratiert und begleitet von Sigrid von Osten wurde ein Zentraldepot eingerichtet und der international beachtete Fund aus der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts bis zur Schließung des Museums 2018 präsentiert. Der Gemeinderat hat den Grundsatzbeschluss gefasst, eine Modernisierung und Innenrenovierung durchzuführen. Diese umfasst eine Neuaufstellung des Museums unter professioneller Begleitung für den Objektfund. So wird ein fach- und zeitgemäßer Zugang für die Wissenschaft geschaffen. Dieser hat zum Ziel den Fund einem breiten Publikum zu präsentieren und die kulturhistorische Bedeutung zu vermitteln.
Außenrenovierungen abgeschlossen
Ein besonderes Highlight bei den Renovierungsarbeiten des alten Rathauses, war die Sanierung des Glockenturms, welcher unter Anleitung und Beaufsichtigung des Bundesdenkmalamtes wieder in ursprünglicher – aber neuer - Schönheit erstrahlt. Im Zuge der Renovierung des Innenbereiches wurden alle Fundstücke, es handelt sich um über 1000 Einzelstücke, nachinventarisiert, digitalisiert und einer restauratorischen Fachbegutachtung zugeführt. „Unsere Gemeinde möchte diesen einmaligen Fund zeitgemäß präsentieren und im Einvernehmen mit den Besitzern öffentlich zugängig machen. Wir sind sehr stolz und dankbar, dieses Projekt umsetzen zu können.“, so Franz Aigner, Gemeinderat für den Bereich Kultur und Tourismus der Marktgemeinde Kirchberg am Wagram.
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