Penkenberg-Marterl wieder am ursprünglichen Ort

Das „Gugalea“ (Pfeil) auf dem Penkenberg. Links der Bauernhof Warschenhofer, auf dem viele Kulturveranstaltungen der „Gallnsteine“ statt finden.
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  • Das „Gugalea“ (Pfeil) auf dem Penkenberg. Links der Bauernhof Warschenhofer, auf dem viele Kulturveranstaltungen der „Gallnsteine“ statt finden.
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GALLNEUKIRCHEN. Diese Steinsäule aus der Gotik, wurde 1971 hinunter nach Gallneukirchen auf den Platz zwischen katholischer Pfarrkirche und Pfarrhof geschafft, wo es bis 2006 stand. In diesem Jahr fiel es im Zuge der Kirchenrenovierung an die Besitzerfamilie zurück, die es lagerte und heuer nach kirchlicher Segnung wieder auf dem Penkenberg aufstellte.
Von 1272 bis 1411 befand sich dort die Hinrichtungsstätte des bischöflich-passauischen Hochgerichts. Der Markt Gallneukirchen und seine Umgebung gehörten zu Burg und Grundherrschaft Riedegg, deren Eigentümer die Passauer Fürstbischöfe waren.

„Dingstatt“ der Riedmark

Unter den Urkunden des Passauer Bistums aus dem 13. Jahrhundert befindet sich ein „Weistum“ für den Markt Gallneukirchen. Es ist in Latein abgefasst und steht mitten in einer Urkunde, in der die Grenzen des bischöflich-passauischen Besitzes in der Riedmark beschrieben werden. Darin steht auch, dass der babenbergisch-herzogliche Landrichter der Riedmark einmal im Jahr einen Gerichtstag bei der Pfarrkirche in Gallneukirchen hielt. Der Kirchenplatz war also die alte „Dingstatt“ der Riedmark.

Passauer Bischof als Gerichtsherr

Die Bewohner des Marktes Gallneukirchen selbst unterstanden jedoch der Gerichtsbarkeit des Riedmark-Landrichters nicht, sondern jener des Passsauer Bischofs, der sie durch einen eigenen Marktrichter ausüben ließ. Der Markt war also eine „Freiung“. Der Marktrichter übte für die Passauer Bischöfe auch die hohe Gerichtsbarkeit aus, er hatte also auch das Recht, Todesurteile zu fällen. Somit war Gallneukirchen innerhalb des Landgerichts Riedmark ein eigenes Landgericht, das ab 1411, als die Starhemberger Riedegg kauften, von dieser Familie ausgeübt wurde.

Das Taidingbuch von 1756

Die Weistümer wurden in sogenannten Taidingbüchern niedergeschrieben. Aus Gallneukirchen ist nur eines vom 12. März 1756 erhalten geblieben, das vom Grafen Heinrich Maximilian von Starhemberg stammt. Aus Hellmonsödt stammt ein Taidingbuch aus dem Jahre 1524 und aus Zwettl eines aus der Zeit des Hans von Starhemberg.

Das Penkenberg-Marterl, eine achtkantige Säule, erhielt 1975 nach Entwürfen des Bildhauers Dorn, von dem auch das berühmte Bronzetor der Gallinger Pfarrkirche stammt, ein vierflächiges Bronzerelief mit Darstellungen des Hl. Michael, des Hl. Gallus, einer Pieta und heiligen Frauen. Diese Bronze-Ummantelung wurde nun wieder entfernt und an seine Stelle eine Glasmalerei eingefügt.

Autor:

Veronika Mair aus Urfahr-Umgebung

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