14.09.2016, 16:52 Uhr

"Rad-Highways" bereits ab 2017

Harald Koll: "Wenn es in der Früh dann mal unter 5 Grad hat, bin ich im Gegensatz zu anderen Kollegen nicht mehr motiviert."

OÖ ist zwar Schlusslicht beim Radfahren, aber immer mehr entdecken das Rad als Alltagsfahrzeug.

BEZIRK (fog). In der europäischen Mobilitätswoche vom 16. bis 22. September steht ein SternRADLn der OÖ Radlobby zur 2. Linzer Rad-Parade am kommenden Samstag auf dem Programm (Infos unten).
Aus allen Gemeinden rund um Linz kommen Radfahrer zusammen, um auf sich aufmerksam zu machen. Denn noch immer sei die Radinfrastruktur in OÖ schlecht ausgebaut, so die Radlobby, nicht nur in der Landeshauptstadt. Der Radverkehrsanteil, das ist der Anteil der Alltagswege, die mit dem Fahrrad gefahren werden, liegt laut Verkehrsclub Österreich in OÖ bei schwachen 5 Prozent. In Niederösterreich sind es etwa 8 Prozent, in Tirol und Salzburg 11 sowie in Vorarlberg sogar 15 Prozent. Im Vergleich mit anderen EU-Städten hinken wir stark hinterher.

Rad wurde "salonfähig"

In Zeiten zäher Staus in und um Linz werden die früher eher belächelten Radfahrer auch ernster genommen. In Urfahr-Umgebung sollen in den nächsten Jahren Radhauptrouten oder "Rad-Highways", das sind breitere, kreuzungsfreie Radwege, errichtet werden. Laut dem Büro von Verkehrslandesrat Günther Steinkellner (FPÖ) sind zwei davon in der Umsetzung. Die Verbindung Puchenau-Linz müsste im Herbst 2017 fertig sein und Steyregg-Linz bis 2019. "Die Strecke Gallneukirchen-Linz hat im Gesamtverkehrskonzept leider nur Prioritätsstufe 2", sagt Bernhard Berger von den Grünen in Gallneukirchen. Entlang der B125 zwischen Freistädterstraße und Treffling gibt es eine problematische Engstelle, bei der sich auf der einen Seite ein Felsen und auf der anderen Seite ein Bach befindet. "Aber ein Radstreifen fürs Bergauffahren wäre möglich", meint Gottfried Pühringer, einer der Radbeauftragten in der Gusenstadt. So wie schon viele pendelt er zwischen März und November mit dem Rad nach Linz. "Außer es regnet." Verbesserungspotenzial sieht Pühringer bei der Auffahrt Steyreggerbrücke, die mehr als einen Kilometer umfahren werde müsse, weil eine Fahrradbrücke über das Entlastungsgerinne fehle.

Linz AG fördert das Radfahren

Die meisten Rad-Pendler aus dem Bezirk kommen aus dem Raum Feldkirchen-Ottensheim-Puchenau und Gallneukirchen-Alberndorf-Altenberg – aber nicht nur: Der Lichtenberger Harald Koll pendelt täglich 25 Kilometer von seinem Heimatort zur Linz AG – "zwischen 65 und 75 mal im Jahr". Die Linz AG macht bei "Linz fährt Rad" mit. Die Teilnehmer bilden Dreierteams und am Ende der Aktion werden CO2-Gewinner mit den meisten gefahrenen Kilometern ermittelt. "In der Früh fahre ich großteils bergab. Wenn ich gemütlich fahre, bin ich nicht verschwitzt. Sonst gehe ich in der Firma kurz duschen", so Koll.
Rund 150 Linz-AG-Mitarbeiter machen mit und hatten im Vorjahr rund 170.000 Kilometer erradelt, das sind zirka 32 Tonnen CO2-Einsparung. Dass er beim Heimfahren einen Berg vor sich hat, macht ihm nichts aus: "Es ist Training. Außerdem bekomme ich nach der Arbeit einen freien Kopf."

Sternfahrten:

• Das OÖ SternRADLn, die oö. Sternradfahrt der Radlobby zur Linzer Rad-Parade findet am Samstag, 17. September statt
• Abfahrtszeiten Route West
Feldkirchen, Marktplatz: #+8.45 Uhr
Ottensheim, Marktplatz: #+9.30 Uhr
Puchenau, Regenbogenbrunnen: 10 Uhr
St. Gotthard, Gemeindeamt in Rottenegg: 9.20 Uhr
Walding, Sportpark E-Tankstelle: 9 Uhr
• Abfahrtszeit Route Nord
Gallneukirchen, Marktplatz: 9.30 Uhr
• Abfahrtszeit Route Ost
Steyregg, Shopping Meile, #+Bäckerei Winkler: 9.40 Uhr
• Radler Frühstück
Am Montag, 21. September, zwischen 6.30 und 9 Uhr spendieren die Sponsoren der Region Urfahr-West bei der Kreuzung Holzpoldl in Lichtenberg und Zughaltestelle Dürnberg in Ottensheim ein Frühstückssackerl für Radfahrer.
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Gernot Fohler aus Urfahr-Umgebung | 14.09.2016 | 16:54   Melden
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