Weil es hier öfter mal bebt!

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Nachrichten über Erdbeben sind fast alltäglich. Auch in unserer Region bewegt sich die Erde.

BAD BLEIBERG (nic). Mitten in der Nacht wurde Kai Borwig (51) plötzlich wach und konnte erst einmal nicht mehr einschlafen: "Am nächsten Morgen habe ich im Internet gelesen, dass die Erde bei uns im Hochtal gebebt hat."

Für wenige spürbar

Mit einer Stärke von 2,9 auf der Richterskala war das Beben kaum spürbar, aber es war definitiv da. Die Nachfrage beim Erdbebendienst der ZAMG-Metereologen ergab: Die Region bebt immer mal wieder. Erdbeben, die sich in der Umgebung von Bad Bleiberg (im Radius von dreißig Kilometern) ereignet und im Epizentralgebiet zu Gebäudeschäden (Intensität: mehr als Stärke sechs) geführt haben, sind im Österreichischen Erdbebenkatalog dokumentiert, wie Helmut Hausmann vom ZAMG-Erdbebendienst erklärt. Solche gab es in Villach und Rosegg zwischen 1855 und 1857 gleich drei Mal.
Die Stärkentabelle zeigt, dass unsere Vorfahren diese Beben deutlich gespürt haben dürften und diese auch nicht ohne Folgen blieben. "Die Menschen flüchten oft erschreckt ins Freie, Möbel werden verrückt und Gebäudeschäden, zumindest Mauerrisse, sind die Folge", schildert der Seismologe.
Bürgermeister Christian Hecher weiß, dass auch in Bad Bleiberg schon öfter die Erde gebebt hat: "Ich selbst habe aber noch kein größeres Erdbeben erlebt." In der Marktgemeinde gibt es auch keine Aufzeichnungen über historische Schäden an Gebäuden.
Das deckt sich mit den ZAMG-Aufzeichnungen, in denen die letzten stärkeren Beben in der Region ebenfalls aus dem 19. Jahrhundert datieren. Den Zusammenhang, dass das Beben der Erde etwas mit der Bergbau-Tradition im Hochtal zu tun haben könnte, sehen die Experten nicht.

Platten und Erdkruste

Experte Hausmann: "Die Erdbeben in dieser Region werden durch die nach Norden driftende Afrikanische Platte beeinflusst. Diese übt Druck auf die Europäische Platte aus, wodurch es zu Spannungen in der Erdkruste kommt." Diese Spannungen werden durch ein oder mehrere Erdbeben infolge eines plötzlichen Ruckes gelöst. Die am nächsten gelegenen bekannten tektonischen Störungen sind jene im Gail-, Möll- und Pustertal.

Keine Zuordnung möglich

Eine Zuordnung zu einer dieser Störungen ist nicht möglich, weil die Lage der Bruchfläche im Raum nicht bestimmt werden konnte. Die Herdtiefe beträgt zehn Kilometer und liegt deutlich unterhalb der Grenze der Auswirkungen in anderen typischen Bergbau-Gebieten.

Zur Sache: Warum die Erde immer mal bebt

Kärnten ist nicht nur Erdbeben aus dem Friaul ausgesetzt. Im Durchschnitt werden mindestens sieben Erdbeben pro Jahr in Kärnten von der Bevölkerung bemerkt, die ihr Epizentrum auch in Kärnten hatten.
Alle 40 Jahre muss hier mit Gebäudeschäden gerechnet werden. Vor allem betroffen sind die südlichen Bereiche, die die Auswirkungen von Erdbeben im Friaul (1976) und Slowenien zu spüren bekommen.
Die Erdbeben in dieser Region werden durch die nach Norden driftende Afrikanische Platte beeinflußt.
Bei den Stärken 2 bis 3 gilt ein Erdbeben als kaum wahrnehmbar, vor allem in Gebäuden. Ruhende, sehr sensible Menschen sind die Ausnahme.
Infos: http://www.zamg.ac.at/cms/de/images/geophysik/faqs/kurzfassung-der-europaeischen-makroseismischen-skala-1998-ems-98/view (Quelle: ZAMG)

Autor:

Nicole Schauerte aus Villach Land

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