19.10.2016, 07:00 Uhr

Schlosswirt: Vereine als Gasthaus-Pächter?

Bürgermeister lud Vereinsvertreter zur Diskussion um die Wiederbelebung des Schlosswirtes.

VÖLKERMARKT (sj). Seit 31. August 2016 steht das Gasthaus Schlosswirt in St. Peter am Wallersberg, das sich im Besitz der Stadtgemeinde Völkermarkt befindet, wieder leer. Der letzte Pächter Georg Riepl verließ das Gasthaus nach vier Jahren in Richtung Völkermarkt. Ein Nachfolger ist bis dato nicht in Sicht.


Kommunikation erhalten

Um Alternativen zur Wiederbelebung zu diskutieren, lud Bürgermeister Valentin Blaschitz Vertreter aller Vereine von St. Peter am Wallersberg zu einem Treffen in den Veranstaltungssaal des Schlosswirtes: "Ein leeres Gasthaus ist ein infrastruktureller Schaden. Der öffentliche Kommunikationsraum soll erhalten bleiben. Eine Gemeinde kann aber kein Gasthaus führen." Das Interesse an der Diskussion war groß, doch eines gleich vorweg: Eine Lösung konnte (noch) nicht gefunden werden.
Fakt ist, dass der Veranstaltungssaal im Schlosswirt die einzige Möglichkeit für die örtlichen Vereine ist, Faschingssitzungen, Maskenbälle oder Preisschnapsen abzuhalten. Gleichzeitig kann der Saal von der Infrastruktur her nicht getrennt vom Gasthaus betrieben werden.


Vereine als Pächter?

Blaschitz schlug vor, dass die Vereine in einer Form den Betrieb des Gasthauses mit dem Saal übernehmen sollten: "Für größere Veranstaltungen, wie die Faschingssitzungen, soll es eine Kooperation mit einem Caterer geben." Dieser solle auch für Hochzeitstafeln und Totenmahle zur Verfügung stehen. Im besten Fall sollte über die Veranstaltungen im Saal hinaus ein Gasthausbetrieb an zwei Tagen in der Woche möglich sein, ähnlich wie in St. Georgen am Weinberg, wo die Dorfgemeinschaft nach der Schließung des Gasthauses und der Auflösung des Sportvereines aus den früheren Sportlerkabinen ein Gemeinschaftshaus für die Bevölkerung machte. Steuerberater Michael Puri klärte über die rechtlichen Möglichkeiten auf: "Wir kommen hier weit über die Gemeinnützigkeit hinaus. Alle Vereine müssten eine Gesellschaft bilden, für die es auch einen Geschäftsführer braucht." Wird im Laufe der Zeit ein neuer Wirt gefunden, müsste die Konstellation geändert werden.

Viele Meinungen

Der Vorschlag wurde von den Vereinsvertretern unterschiedlich aufgenommen. Fragen nach Haftungsrisiken und dem Konfliktpotenzial wurden lange diskutiert. Am Ende fasste Blaschitz zusammen: "Die Vereine wollen weiterhin ihre Veranstaltungen hier abhalten, alles weitere steht noch in den Sternen." Er sicherte den St. Peterern zu, dass alle bereits angekündigten Termine im Saal stattfinden können: "Sollte jemand eine Idee haben, wie man den Schlosswirt weiter betreiben könnte, kann man jederzeit mit mir Kontakt aufnehmen."
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Waltraud Gregan-Mucher aus Völkermarkt | 19.10.2016 | 16:34   Melden
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