02.02.2012, 14:46 Uhr

Politik erhört den „Kanal-Hilferuf“

Vor der Abwasseranlage in Aich: Michael Jernej freut sich, dass die Martinz-Zusage auch unter Nachfolger Rumpold gilt
Endlich! Landesrat stellt Hilfe für die Kanal-Opfer in Aich/Dob in Aussicht.


Bisher sind das Kanal-Komitee und die Bleiburger Stadtpolitik bei Landes- und Bundesregierung abgeblitzt, als sie um finanzielle Hilfe für die Kanal-Opfer von Aich baten. Weil die private Abwassergenossenschaft beinahe in den Konkurs geschlittert war, musste die Stadtgemeinde Bleiburg deren Kanal-Haushalt übernehmen und, um das im Budget klaffende Loch zu schließen, die Gebühren saftig anheben – siehe „Zur Sache“.

Licht am Ende des Tunnels
Jetzt ist endlich Licht am Ende des Tunnels zu sehen. Weil die ÖVP-Politiker Vizebürgermeister Manfred Daniel und Stadtrat Johann Rigelnik hartnäckig geblieben sind, stellte der mittlerweile zurückgetretene ÖVP-Landesrat Josef Martinz eine Finanzspritze in der Höhe von 70.000 Euro als Strukturfördermittel in Aussicht.

Zusage bleibt gültig!
„Diese Zusage gilt auch unter seinem Nachfolger Achill Rumpold“, freut sich Michael Jernej, Gemeinderat und Gemeindeparteiobmann der ÖVP. Er beruft sich auf ein Schreiben aus dem Büro des Neo-Landesrates, in dem die Zusage nochmals schriftlich festgehalten ist.
Diese ist jedoch mit einer Bedingung verknüpft: Das Geld soll erst dann fließen, wenn sich auch die Regierungsmitglieder Gerhard Dörfler, Harald Dobernig, Christian Ragger (alle FPK) und Beate Prettner (SPÖ) mit ihren Referaten an der Hilfsaktion beteiligen, ebenso die Stadtgemeinde Bleiburg. „Alle mit dem gleichen Betrag in der Höhe von 70.000 Euro“, geht Michael Jernej ins Detail.

Gebühren wieder reduzieren
Unterm Strich ergäbe dies 420.000 Euro, was eine sofortige Reduzierung der erhöhten Kanalgebühren zur Folge hätte. „Wir hoffen jetzt, dass FPK und SPÖ ebenso mithelfen, um die finanzielle Belastung der betroffenen Bürger zu reduzieren“, betont Vizebürgermeister Daniel. Das Kanal-Komitee werde nun die Gespräche mit den Mitgliedern der Landesregierung suchen.
Das Komitee atmet fürs Erste auf, weil die Hilferufe aus der Bevölkerung zumindest einmal erhört worden sind. „Es hat erstmals klare Vorschläge und eindeutige Zusagen gegeben“, stellt Mitglied Michael Zenkl klar. Fazit: Vor den Gesprächen mit der Landesregierung keimt in Aich nun endlich wieder Hoffnung auf!


ZUR SACHE: DIE KANAL-VORGESCHICHTE
Genossenschaft: Die Stadtgemeinde Bleiburg musste die vor der Insolvenz stehende Abwassergenossenschaft Aich auffangen und übernahm deren Kanalhaushalt.

Schulden: Um das satte Minus von 600.000 Euro auszugleichen, musste die Stadt die Kanalgebühren für die 152 Haushalte in Aich um rund 60 Prozent erhöhen.

Erhöhung: Die Kanal-Gebühren steigen für einen Haushalt im Jahr um bis zu 340 Euro an. Das, obwohl die Gebühren bereits zuvor um 20 Prozent höher waren.
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.