Döblinger "Freundeskreis"
Veganer Käse wird aus Marillenkernen produziert
- Horn, Heiß und Sulzmann (v.l.n.r.) stecken hinter "Freundeskreis".
- Foto: Freundeskreis
- hochgeladen von Rosa Besler
Die Döblinger Firma "Freundeskreis" produziert Käse, der dafür sorgt, dass Diskussionen vom Tisch sind. Um veganen Käse herzustellen, verwendet das Unternehmen Marillenkerne.
WIEN/DÖBLING. Eine Entscheidung zu treffen ist nicht immer einfach und schon gar nicht, wenn es um die Restaurantauswahl mit Freunden geht, wo Geschmäcker für gewöhnlich gerne auseinanderdriften. Vor einer derartigen Herausforderung standen einst Mona Heiß, Markus Korn und Leo Sulzmann, als sie eine Garten-Party mit Freunden – unter ihnen auch Vegetarier, Flexitarier und Veganer – organisierten.
Die Käseplatte sorgte für Diskussionspotenzial. "Das verdirbt den Appetit. Wir haben uns dann gedacht, dass wir das Problem selbst in die Hand nehmen müssen", sagt Heiß. Bisherige vegane Alternativen würden meist aus Kokosöl oder modifizierter Stärke bestehen, das führe dazu, dass die Inhaltsstoffe mit jenem aus Kuhmilch nicht vergleichbar wären. Das störte das Trio, woraufhin es das Unternehmen "Freundeskreis" gegründet hat und seitdem in Döbling veganen Käse aus Marillenkernen produziert.
Vom Hanf zur Marille
Sechs Monate lang tüftelte man sich durch 20 verschiedene Rohstoffe wie Sonnenblumenkörner oder Hanfsamen, bis schließlich das Abfallprodukt der Marillen überzeugte. Für die Produktion wird aber nicht der ganze Kern benötigt, sondern nur die kleine Mandel im Inneren, dieser Weichkern wird schließlich zu einer milchartigen Flüssigkeit und später zu Käse verarbeitet. "Wir haben uns auch angeschaut, wie nachhaltig und regional der Rohstoff ist", sagt Heiß.
- Der vegane Camembert ist aus Marillenkernen entstanden.
- Foto: Freundeskreis
- hochgeladen von Laura Rieger
Dass das Obst jedoch nur für kurze Zeit wächst, sei kein Problem. Mögliche Ernteausfälle kompensiert man mit Kernen aus umgrenzenden Ländern. Für die Herstellung sind mehrere Tonnen Kerne notwendig, so sei man ständig auf der Suche nach neuen Lieferanten. Das gestaltet sich oftmals jedoch gar nicht so einfach, da Hersteller von Marillensaft und Co. den Kern häufig wegwerfen – Das Putzen und Trocknen der Kerne sei zu aufwendig. Das Trio müsse regelrechte Überzeugungsarbeiten leisten, um Firmen für sich zu gewinnen.
Großgesteckte Ziele
Bis jetzt ist der Camembert das einzige Produkt in ihrem Sortiment. Das liegt daran, dass die Herstellungszeit des Weichkäses nur wenige Tage dauert. Man arbeite aber bereits an einem Hüttenkäse. Das große Ziel ist aber der traditionelle Bergkäse, dessen lange Reifezeit bis jetzt eine Hürde darstellt.
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