07.06.2016, 14:43 Uhr

Parkpickerl: Die Nervosität vor der Einführung in Währing steigt

Währings Bezirkvorsteherin Silvia Nossek (Grüne) löst mit dem Parkpickerl ein Wahlversprechen ein. (Foto: Kozeschnik)

ÖAMTC und Unternehmensvertreter kritisieren den geplanten Wegfall von Parkplätzen.

WÄHRING. In weniger als drei Monaten ist es so weit: Ab 5. September gilt auch in Währing die Parkraumbewirtschaftung. Für Bezirksvorsteherin Silvia Nossek (Grüne) auch eine Gelegenheit, an einigen Orten Parkplätze durch Gehsteige oder Grünstreifen zu ersetzen.

Das erste Beispiel: Vor dem sanierten Durchgang zwischen der Währinger Straße und der Gentzgasse sollen einige Parkplätze wegfallen. Das sei nicht nur angenehmer zum Flanieren, so Nossek, sondern werde auch verhindern, dass die Straßenbahn an diesem Ort von falsch parkenden Autos behindert wird. Sie glaubt, dass nach der Einführung des Pickerls genug Parkplätze vorhanden sein werden.

Dem widerspricht der Autofahrerclub ÖAMTC: Bei der Einführung einer Kurzparkzone "zeitgleich Parkplätze zu reduzieren, widerspricht dem Ziel", sagt ÖAMTC-Jurist Nikolaus Authried. "Von den Autofahrern für den Parkraum Gebühren zu verlangen, ihnen aber ebendiese Parkplätze gleichzeitig wegzunehmen, führt das Modell ad absurdum."

Mitbestimmung gewünscht

Keine Freude mit der Einführung des Pickerls hat auch Josef Dvorak, Obmann des Einkaufsvereins Kreuzgassenviertel: "Wir erwarten eine Verschlechterung, da in der Kreuzgasse einige Parkplätze wegfallen werden." Der Grund dafür ist auch hier, dass die Straßenbahn-Linie 42 von parkenden Autos immer wieder aufgehalten wird. Im angrenzenden Hernals, so Dvorak, sei ebenfalls immer alles vollgeparkt.

Der Obmann des Währinger Wirtschaftsvereins, Michael Richter, sieht die Gehsteigvorziehungen ebenfalls skeptisch: "Ich finde es schade, dass wir als Interessensvertretung nicht in die Planungen eingebunden werden." Die Geschäfte, vor denen die Verbreiterungen passieren, sollten mitbestimmen dürfen, was dort hinkommt. "Manche wollen vielleicht keine Grünfläche, die dann zu einem Hundeklo verkommt, sondern hätten stattdessen gerne eine Art Citylight, auf dem die Unternehmer dann auch werben könnten." Ob sich das Parkpickerl auf den Umsatz auswirken wird, müsse man abwarten: "Es wird sich zeigen, ob es in den Seitengassen dann mehr Parkplätze für unsere Kunden geben wird." Diese würden, das habe eine Befragung auf der Währinger Straße ergeben, noch immer großteils mit dem Auto kommen.
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