15.11.2017, 02:14 Uhr

Wer war Ruth Maier?

"Aufschrei 17:03 Uhr", 2016, Tusche auf Papier, 48 x 36cm; ©: Konstanze Sailer

Die digitale Kunstinitiative Memory Gaps erinnert an eine junge jüdische Schriftstellerin aus Wien, deren Ermordung im KZ Auschwitz sich zum 75. Mal jährt und an eine nach ihr benannte Straße, die es längst geben sollte.


Ruth Maier
(* 10. Nov. 1920 in Wien; † 1. Dez. 1942 im KZ Auschwitz) war eine österreichische jüdische Schriftstellerin. In Wien geboren, wohnte sie ab Anfang der 1930er Jahre mit ihrer Familie in Währing, in einem neu errichteten Haus in der Gersthofer Straße/Ecke Hockegasse. Der Umstand des Wohnungsbezugs von Familie Maier führte 1931 sogar zu einer Interpellation des damaligen christlichsozialen Stadtrates und bekennenden Antisemiten Leopold Kunschak im Wiener Gemeinderat.

Ruth flüchtete im Januar 1939 zu Bekannten der Familie nach Lillestrøm, einer Kleinstadt nahe Oslo. Als Norwegen 1940 von der deutschen Wehrmacht besetzt wurde und ihr Visum für England abgelaufen war, jedoch nicht erneuert wurde, blieb sie in Norwegen, wurde 1942 verhaftet und am 26. November 1942 von Oslo in das Konzentrationslager Auschwitz deportiert, wo sie unmittelbar nach der Ankunft ermordet wurde.

Ruth Maier wurde primär durch ihre erst 2007 veröffentlichten Tagebücher bekannt, die einen Zeitraum von 1933 bis 1942 umfassen, weshalb sie auch „Anne Frank Norwegens“ genannt wird.

Wo ist die Straße in Wien die nach Ruth Maier benannt ist? Sie hatte in dieser Stadt doch ursprünglich eine Zukunft, die sie mitgestalten und nicht nur „ableben“ wollte. Nicht nur wie eine „Schraube von einer Maschine abfallen“, wie sie es formulierte. Dass sie einst auf schreckliche Weise deportiert werden würde, um in einem Konzentrationslager ermordet zu werden, hätte sie für ihr Leben kategorisch ausgeschlossen. Dennoch war das ihr Schicksal.

Bis zum heutigen Tag existiert in Wien keine Straße, die ihren Namen trägt.

Zur Ruth Maier-Gedächtnisausstellung von Memory Gaps ::: Erinnerungslücken
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