Der Stempelmacher schloss seine Augen

Walter Just

WELS. Walter Just wurde am 24. Juli 1921 in Wien geboren. Nach Absolvierung der Voksschule und der Realschule mit Matura 1939 wurde er eingezogen zur Dienstleistung beim Reichsarbeitsdienst von März bis September 1939. Davor besuchte er den Abiturientenkurs der Wiener Handelsakademie bis zum März 1939.
Herr Just wurde eingezogen zur deutschen Wehrmacht, im Russlandfeldzug am 3. Okt. 1941 schwer verwundet, kam anschließend zurück in die Heimat und wurde vom Militärdienst entlassen.
Zuhause angekommen nahm er umgehend das Studium an der Hochschule für Welthandel in Wien auf, welches er im Sommer 1944 mit Diplomprüfung beendete.
Anschließend trat er in das elterliche Unternehmen ein (gegründet 1912: Vater Franz Just). Die Raumnot in Wien und die umliegende russische Besetzung veranlasste die Familie, nach einem weiteren Standort des Unternehmens in der amerikanischen Besatzungszone Ausschau zu halten: Die Wahl fiel auf Wels. Innerhalb von zwei Jahren wurde auf der sprichwörtlichen grünen Wiese eine Halle errichtet und 1951 bezogen. Im Jahr 1976 wurde Walter Just vom Bundespräsidenten der Berufstitel Kommerzialrat verliehen.
Nach Übergabe der Geschäftsführung im Jahr 1984 hatte Walter Just mehr Zeit, sich kulturellen Dingen zu widmen, sowie seine Tätigkeiten im Rotary Club zu verstärken. 1990 wurde ihm von Rotary International die Bezeichnung „Paul Harris Fellow“ verliehen.

Firmenmuseum

Jahrelang war Walter Just auf der Suche nach einem perfekten Gebäude für ein Firmenmuseum. Im Jahr 1997 hat er dieses in der Pollheimerstraße in Wels gefunden, umgebaut und im Jahr 2000 als lebensspuren.museum eröffnet, welches von seiner Tochter Ingeborg Müller-Just geführt wird. Dabei hat er die Liebe zu Siegel entdeckt, die er dann zu sammeln und weltweit zu ersteigern begann.

Wagner-Musik

Walter Just entdeckte schon bald die Liebe zur Musik von Richard Wagner. Als im Jahr 1983 Franz Doppler gemeinsam mit Walter Just´s Tochter Renate das Hotel Greif in Wels erwarb, stiftete er anlässlich der Eröffnung des renovierten Theaters eine Richard Wagner Büste. Damit wurde dann auch in weiterer Folge der Grundstein für das inzwischen international bedeutende Richard Wagner Festival gelegt.
Walter Just war es immer ein Anliegen, die Stadt Wels zu unterstützen. Dies tat er beispielsweise als Miterrichter des Trodat-Stegs oder mit Erwerb und dadurch Stiftung eines der Engel in den Welser Minoriten. Für seine kuturellen Tätigkeiten wurde ihm am 25. September 2001 die Kuturmedaille der Stadt Wels in Gold verliehen. Erst im Juni des Jahres 2012 wurde ihm die silberne Ehrenmedaille des Landes OÖ überreicht.

Sein Lieblingsrückzugsort war der Koglhof in Hinterstoder, den er gemeinsam mit seiner Frau Liselotte im Jahr 1976 erstanden und als Treffpunkt für die ganze Familie umgebaut hatte. Hier in der Natur tankte er Kraft und war nach eigenen Worten „hier im Wald Gott so nah, wie sonst nirgendwo“.
Walter Just war nicht nur Vater, Großvater und Urgroßvater für 3 Generationen seiner eigenen Familie: er verkörperte Trodat und war so väterliche Leitfigur für alle MitarbeiterInnen der Trodat Unternehmensgruppe auf der ganzen Welt.
Mit Kraft und Ausdauer, mit klaren Zielen vor Augen wuchs die Unternehmensgruppe durch Walter Just vom Kleinbetrieb zur heute weltweiten Nummer 1 der Branche. Ohne die richtigen Weichenstellungen von damals wäre eine Entwicklung in diesen Dimensionen schwer möglich gewesen.

Walter Just wird uns allen fehlen, aber er hinterlässt ein starkes Fundament für unser aller Zukunft.

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