Der älteste Gipfelstürmer aus Wels
Hermi Kürner und ihr geliebter Mercedes 170 wollen auf den Großglockner
- Hermi Kürner in ihrem geliebten 170er – dem letzten Baujahr 1931 der noch fährt.
- Foto: Kürner
- hochgeladen von Felix Aschermayer
Hermi Kürner aus Wels will mit ihrem Mercedes-Benz 170/6 aus dem Jahr 1931 die Großglockner Hochalpenstraße bezwingen. Für die 76-Jährige ist es eine weitere Etappe einer außergewöhnlichen Oldtimer-Leidenschaft.
WELS. 95 Jahre alt ist ihr Mercedes – und noch lange nicht reif fürs Museum. Hermine Kürner will ihren Mercedes-Benz W15, Baujahr 1931, Mitte September auf eine besondere Reise schicken: Anlässlich des 140-Jahr-Jubiläums von Mercedes-Benz soll es von Wels bis hinauf zur Kaiser-Franz-Josefs-Höhe gehen. Am 14. September steht die Fahrt nach Fusch auf dem Programm, am nächsten Morgen soll es früh hinauf auf den Großglockner gehen.
Der letzte der noch fährt
Dass die 76-jährige Welserin ihrem Oldtimer eine solche Tour zutraut, kommt nicht von ungefähr. Kürner kennt das Auto seit Jahrzehnten in- und auswendig – und weiß genau, wie man mit dem fast 100 Jahre alten Fahrzeug umgeht:
"So ein Auto fährt man nicht einfach. Man muss es fühlen."
Besonders ist der Wagen auch deshalb: Er gilt laut Kürner als einziger Mercedes 170 aus dem Baujahr 1931, der noch fahrbereit unterwegs ist.
Zufallsfund für 1.000 Schilling
Seit 1964 ist der 170er im Familienbesitz. Ihr inzwischen verstorbener Mann Gerhard hatte den Wagen damals in Kärnten entdeckt und für 1.000 Schilling – umgerechnet etwas über 70 Euro – gekauft. Das Fahrzeug ist bis heute weitgehend im Originalzustand erhalten. 2015 wurde es generalsaniert, seither ist der Oldtimer nicht mehr nur Ausstellungsstück, sondern wieder regelmäßig auf eigener Achse unterwegs.
2,5 Millionen Kilometer Erfahrung
Kürner selbst ist alles andere als eine gewöhnliche Oldtimerfahrerin. Gemeinsam mit ihrem Mann betrieb sie ein Busunternehmen und Reisebüro. Rund 2,5 Millionen Kilometer legte sie als Fahrerin und Reiseleiterin quer durch Europa zurück.
"Das Fahren war nicht nur mein Beruf, es war mein Leben", sagt sie.
Nach dem Tod ihres Mannes vor sechs Jahren musste sie erst wieder ins Auto finden. Inzwischen ist die Reiselust zurück: Seit 2021 war sie mit ihren Oldtimern unter anderem in Albanien, am Schwarzen Meer und an der polnischen Bernsteinküste unterwegs. Mehr als 25.000 Kilometer kamen dabei zusammen. Nun wartet der nächste große Brocken. Der Großglockner: Nicht nur ein Ausflug, sondern eine Herausforderung für Mensch und Maschine.
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