15.11.2017, 19:00 Uhr

Das Rote Kreuz als Lebenswerk

Die beiden Rot-Kreuz-Urgesteine Ernst Hüttmair und Alois Beker vor dem Eingang zur Ortsstelle Krenglbach. (Foto: Hollig)

Ernst Hüttmair ist mit 64 Jahren Erfahrung der längstdienende Rot-Kreuzler in der Region.

KRENGLBACH/WELS/WELS-LAND. Seit 1892 ist das Rote Kreuz ein fester Bestandteil der Stadt Wels und seiner Umgebung. Tausende Menschen engagierten sich seither ehrenamtlich und hauptberuflich für das Wohl der Menschen. Dazu gehören neben dem Rettungsdienst auch beispielsweise die Mithilfe bei der Rufhilfe, dem Blutspendedienst und verschiedensten Veranstaltungen. Derzeit zählt das Rote Kreuz in Wels und Wels-Land ohne Jugendrotkreuz, Hausärztlichem Notdienst und Notärzten rund 1.000 Mitarbeiter. Die Rekrutierung fällt jedoch wie bei den meisten Organisationen und Vereinen schwer. "Das liegt auch an der intensiveren und professionelleren Ausbildung. Außerdem sind die Mitglieder nicht mehr so lange dabei wie früher. Das hat sich geschätzt von durchschnittlich zehn auf vier Jahre reduziert", sagt Krenglbachs Ortsstellenleiter Alois Beker. Die meisten Mitarbeiter rekrutiert er über den Zivildienst. Schon sehr lange dabei ist Ernst Hüttmair. Vor der Gründung der Ortsstelle im Jahr 1999 half der 82-Jährige seit dem Alter von 18 Jahren beim Roten Kreuz Wels mit. Damit ist Hüttmair der längstdienende Rot-Kreuzler in Wels und Wels-Land. In diesen 64 Jahren hat sich beim Ehrenamt und dem Roten Kreuz vieles geändert. "Das Angebot ist größer und die Schulungen sind mehr geworden. Die Unfälle sind heute schwerer." Beker ergänzt: "Die Leute werden älter, daher gibt es mehr Betreuungsfälle. Die Wertschätzung der Bevölkerung ist aber nach wie vor ganz hoch."

Babys am Schoß

Hüttmair trug zu Beginn seiner Mitgliedschaft noch die deutsche Uniform und erinnert sich an ein heute undenkbares Szenario: "Wenn wir Babys vom Welser Klinikum ins Linzer Kinderkrankenhaus übersiedelt haben, haben wir sie in Decken eingewickelt und auf unseren Schoß gelegt. Es gab in den Fahrzeugen ja keine Heizung und am Schoß ist es warm." Bis 2016 war er federführend, wenn er in Krenglbach organisatorisch gebraucht wurde. "Ich wollte schon mal aufhören, aber sie haben mich nicht gehen lassen", schmunzelt der 82-Jährige.

Die Besten und Schnellsten

Doch Veranstaltungen waren bei weitem nicht das Einzige, wo er bislang mitgewirkt hat. Zu seinen Tätigkeitsbereichen zählten auch etwa die Feldküche, die Betreuung von Zivildienern, mehrere Hilfseinsätze im Ausland und die Zugsführung bei der Diensteinteilung. "Das Aufbauen von Zeltstädten geschah in Wels zum Beispiel unter seiner Führung. Sie waren die Besten und Schnellsten", wirft Beker ein. Der Krenglbacher Ortsleiter, seit 1975 mit dabei, und der längstdienende Rot-Kreuz-Mitarbeiter sind seit langer Zeit innige Freunde. Einst hatte Hüttmair den jetzigen Ortsstellenleiter unter seinen Fittichen. "Jetzt sind wir ein Herz und eine Seele", lacht Beker. Das zeigt auch einen weiteren Nebeneffekt der Mitgliedschaft beim Roten Kreuz: Hier werden Freundschaften geboren. Mit der Entwicklung der Jugendzahlen zeigt sich Beker trotz allem zufrieden: "Wir haben beim Jugendrotkreuz, das unser Schwerpunkt ist, derzeit etwa 45 Junge zwischen fünf und 18 Jahren. Unter Jugendreferentin Beate Wasner wird in der wöchentlichen Jugendstunde spielerisch gelernt." Beim bundesweiten Erste-Hilfe-Bewerb 2015 holte die Jugendgruppe den zweiten Platz, auch international zeigte Krenglbach bereits auf.
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