29.09.2017, 14:26 Uhr

Rotkreuz-Experte hilft Rohingya-Flüchlingen in Bangladesh

Der Rot-Kreuz-Delegierte Wilfried Hildenbrand reist nach Bangladesh, um tausenden Flüchtlingen zu helfen. (Foto: ÖRK/Opriesnig)

Der Sattledter Wilfried Hildenbrand installiert vor Ort eine Trinkwasseraufbereitungsanlage für tausende Flüchtlinge.

SATTLEDT/BANGLADESH. Sauberes Trinkwasser für tausende Flüchtlinge aus Burma: Mit einem Rotkreuz-Team aus Schweden, Deutschland und Helfern vor Ort installiert Wilfried Hildenbrand aus Sattledt eine Trinkwasseraufbereitungsanlage in Bangladesh. Die Herausforderungen sind enorm: Die Lager sind überfüllt und die erdigen Wege dorthin verwandeln sich bei Regen in Schlammlawinen, auch der Ausbruch von Seuchen droht.
Sie haben keine Rechte, kein Land, werden verfolgt und leben in ständiger Angst: Mehr als 500.000 Menschen, die der muslimischen Minderheit Rohingya angehören, retteten sich seit Ende August über die Grenze von Burma ins Nachbarland Bangladesh. Täglich werden es mehr. Es sind vor allem Frauen und Kinder, die mittel- und schutzlos ankommen und hoffen hier ein Leben frei von Angst, Terror und Gewalt leben zu können. Aber: Die Flüchtlingslager sind heillos überfüllt, eine Hochwasserkatastrophe hat große Teile von Bangladesh unter Wasser gesetzt und es fehlt an elementaren Dingen. Vor allem an sauberen Trinkwasser. Seuchen wie Cholera drohen auszubrechen, die prekäre Lage kann jederzeit in eine Katastrophe kippen. Um das zu verhindern, unternehmen Regierung und Hilfsorganisationen alles. Damit die Menschen ein Dach über dem Kopf haben, entsteht in der Grenzregion ein Camp, das rund 400.000 Menschen Platz bieten soll.

Täglich 600.000 Liter sauberes Wasser

Vom internationalen Roten Kreuz einberufen wurde auch Wilfried Hildenbrand, routinierter Trinkwasserexperte des OÖ. Roten Kreuz. Gemeinsam mit Rotkreuz-Kollegen aus Deutschland Schweden und Bangladesh wird der Sattledter dort eine Trinkwasseraufbereitungsanlage installieren, die täglich rund 600.000 Liter sauberes Trinkwasser für die Flüchtlinge liefern soll. „Die Lage ist dramatisch, das Hochwasser verschärft die Situation zusätzlich“, sagt Hildebrand, der bis 23. Oktober vor Ort sein wird und mit dem Team mit ersten Vorarbeiten zur Installation der dringend benötigten Wasseraufbereitungsanlage beschäftigt ist. Hildebrand ist ein Profi auf diesem Gebiet: Er absolvierte schon viele internationale Wasseraufbereitungseinsätze und war in diesem Jahr bereits mehrere Wochen in Uganda, wo tausende Flüchtlinge aus dem Südsudan mit sauberem Trinkwasser versorgt wurden.
Hildenbrand brach am Mittwoch, 27. September zu seinem Einsatz auf. Am 7. November, 19.30 Uhr, spricht er über seinen Uganda-Einsatz im Pfarrheim Sattledt.

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