30.10.2017, 14:44 Uhr

Wiener Neustadt: Sprachförderung an Volksschulen zeigt Wirkung

V.l.n.r.: Bürgermeister Mag. Klaus Schneeberger, Pflichtschulinspektorin Sabine Karl-Moldan und Erster Vizebürgermeister Bildungsstadtrat Dr. Christian Stocker zeigen sich erfreut über die Ergebnisse. (Foto: Magistrat WRN)

Wiener Neustadt (Red.).

Seit Dezember 2016 gibt es in Wiener Neustadt ein spezielles Förderprojekt für Kinder nicht- deutscher Muttersprache. Dabei werden die Kinder in Musikerziehung, Werken, Zeichen, Turnen und zum Teil in Mathematik im Klassenverband belassen. Während der übrigen Unterrichtszeit erfahren sie in temporärer Gruppenbildung eine intensive Sprachförderung, um besser die deutsche Sprache zu erlernen. Das Projekt wird wissenschaftlich begleitet.
Nun liegen die ersten Ergebnisse vor. „Bereits nach vier Monaten intensiver Sprachförderung können die Kinder der Unterrichtssprache folgen, und es ist eine 70 prozentige Kompetenzsteigerung messbar. Besonders erfreulich ist, dass auch nach den Sommerferien, in denen viele Kinder kaum Deutsch sprechen, weil sie die Ferien in ihren Herkunftsländern verbringen, de facto kein Verlust von deutschsprachlichen Kompetenzen festzustellen ist“, informiert Pflichtschulinspektorin Sabine Karl-Moldan.

„Wiener Neustadt ist ein Hot-Spot, was die Frage der Integration anlangt. Insbesondere in unseren Kindergärten und Schulen sind wir aufgrund des hohen Anteils von Kindern nicht- deutscher Muttersprache mit großen Problemen konfrontiert. Deshalb setzen wir in unseren Brennpunktschulen auf dieses spezielle Sprachförderprogramm. Die nun vorgelegten Ergebnisse zeigen, dass wir damit genau auf dem richtigen Weg sind“, freut sich Bürgermeister Mag. Klaus Schneeberger.

Auch der für Kindergärten und Schulen zuständige Vizebürgermeister zeigt sich begeistert. „Unser Dank gilt Pflichtschulinspektorin Sabine Karl-Moldan für diesen innovativen Ansatz sowie unseren engagierten Pädagoginnen und Pädagogen, welche dieses Konzept höchst professionell umsetzen. Wiener Neustadt übernimmt in dieser Frage eine Vorreiterrolle, die Vorbild für ganz Österreich sein kann. Wir werden diesen Weg jedenfalls konsequent fortsetzen und sind zuversichtlich, dass wir damit einen tauglichen Ansatz gefunden haben, um den Erwerb unserer Sprache zu fördern“, betont Dr. Christian Stocker.

Die Thematik in Zahlen

• Volksschulen (inkl. Heilstättenschule):
1.710 Schülerinnen und Schüler gesamt
915 Schülerinnen und Schüler nicht-deutscher-Muttersprache rund 54 Prozent 

• NNöMS (inkl. Poly und ASO):
1.627 Schülerinnen und Schüler gesamt
761 Schülerinnen und Schüler nicht-deutscher-Muttersprache rund 47 Prozent 

• Meistgesprochene Sprachen gesamt (Volksschulen inkl. Heilstättenschule, NNöMS inkl. Poly und ASO):
Serbokroatisch: 130 Schülerinnen und Schüler
Albanisch: 137 Schülerinnen und Schüler 
Arabisch: 143 Schülerinnen und Schüler Rumänisch: 170 Schülerinnen und Schüler Türkisch: 761 Schülerinnen und Schüler 

0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.