07.10.2014, 00:00 Uhr

"Wäre sonst nicht im Waldviertel"

Jasmin Haider im Gespräch mit Redaktionsleiter Bernhard Schabauer (Foto: BB Zwettl)

Jasmin Haider wird in etwa fünf Jahren die Whisky-Erlebniswelt übernehmen und den eingeschlagenen Weg weitergehen.

BEZIRKSBLÄTTER: Rund um Roggenreith wird dem Ortsnamen entsprechend seit Jahrhunderten Roggen angebaut. Und seit ebenso vielen Jahren wurde daraus Brot gemacht. Bis die Familie Haider im Jahr 1995 einen Schritt weiterging und begann das Getreide zu destillieren. Damit war die 1. Whiskydestillerie Österreichs geboren. Wie kam man auf diese Idee und hätte man sich damals gedacht, dass das ganze bis 2014 derartige Dimensionen annehmen würde?
JASMIN HAIDER: "Der Anfang war recht unromantisch. Durch den EU-Beitritt Österreichs im Jahr 1995 stellte sich mein Vater die Frage, wie es mit dem bäuerlichen Betrieb weitergehen soll und welche anderen Möglichkeiten des Zuverdienstes es geben würde. Er ist durch eine Fernsehreportage auf das Thema Schnaps aufmerksam geworden und hat begonnen den eigenen Roggen zu destillieren."
Wann wurde das erste Produkt auf den Markt gebracht und wie waren die Reaktionen?
"Im Jahr 1998 war der erste Whisky fertig. Die mediale Berichterstattung hat uns zum Durchbruch verholfen. Bereits im ersten Jahr kamen 100 Busse und wollten die kleine Destillerie in Roggenreith sehen und das Produkt kosten und kaufen."
Was hat sich in der Zwischenzeit alles verändert?
"Sehr viel. Es wurde ständig und stetig aus- und umgebaut, das Areal erweitert und am Sortiment gefeilt. Trotz des großen Erfolges, steht für uns nach wie vor Qualität vor Quantität an erster Stelle."
Wann sind Sie schlussendlich im Familienbetrieb eingestiegen?
"Im Jahr 2009 habe ich die Arbeit in einer PR-Agentur in Wien aufgegeben und bin ins Waldviertel zurückgekehrt. Derzeit bin ich Prokuristin und in etwa fünf Jahren werde ich die Geschäftsführung von meinen Eltern Monika und Johann übernehmen. Wenn mein Vater damals mit dem Unternehmen nicht begonnen hätte, wäre ich heute nicht im Waldviertel, sondern würde in irgendeiner PR-Agentur in Wien sitzen."
Wie geht es weiter? Was dürfen sich die Besucher und Kunden in Zukunft erwarten?
"Wir werden unser gesundes Wachstum weiterführen und auch den einen oder anderen Zubau gut planen. Wir wollen auch unsere Besucher, im Jahr 2013 waren es etwa 70.000, weiterhin sehr gut betreuen und in Zukunft noch mehr bieten. Außerdem werde ich mir in den nächsten fünf Jahren bis zur Betriebsübernahme noch bessere Strukturen schaffen."
Eure Whisky-Kreationen finden internationalen Anklang. Bei Wettbewerben werdet ihr mit Auszeichnungen überhäuft. Ist man auch international bereits auf den Whisky aus Roggenreith aufmerksam geworden?
"Ja, tatsächlich gibt es derzeit Verhandlungen mit Abnehmern aus Chicago und Shanghai. Wir haben derzeit 120.000 Liter auf Lager – die wollen in ein paar Jahren auch verkauft und, wie es derzeit aussieht, teilweise exportiert werden."
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