01.08.2016, 09:00 Uhr

Nachfrage nach Fachkräften ist hoch

Klemen Steidl ist sich sicher, dass "viele Betriebe Mitarbeiter suchen, die in die Struktur hineingewachsen sind." (Foto: Klemens Steidl)

Unternehmen im Bezirk suchen vor allem gut ausgebildetes Personal in der Elektrotechnik, der Metallverarbeitung und im Baunebengewerbe.

BEZIRK. Im Jahr 2020 werden der Wirtschaft in Oberösterreich rund 37.000 Fachkräfte fehlen – mehr als doppelt so viele wie derzeit. "Zwar kommt es bis zum Jahr 2019 noch zu einer Steigerung des Fachkräfteangebots, da jedoch die Nachfrage in den kommenden Jahren stärker wachsen wird, vergrößert sich die Frachkräftelücke und geht dann immer weiter auf", erklärt Wirtschafts-Landesrat Dr. Michael Strugl.

Metalltechniker, Mechatroniker, Elektriker, Friseure, Holzbautechniker: Die Nachfrage nach Fachkräften ist auch im Bezirk Braunau hoch. "Der Bedarf an qualifizierten Arbeitskräften ist systemimmanent", erklärt Stefan Seilinger, stellvertretender Leiter des Arbeitsmarktservice (AMS) Braunau. Ein Grund dafür ist, dass der Arbeitskräftebedarf im produzierenden Bereich enorm ist, aber auch die demographische Entwicklung spielt eine Rolle. "Deshalb müssen die Unternehmen präventiv in die Nachhaltigkeit ihrer Arbeitskräfte investieren. Arbeitsprozesse fallen weg, neue entstehen. Das Personal muss Flexibilität lernen, aber auch die Chance für neue Einsatzbereiche bekommen", betont Seilinger.

Doch es gilt nicht nur anzustreben, die Fachkräfte länger im Betrieb zu halten, sondern auch die Lehrlingsausbildung ist in ihrer Wichtigkeit nicht zu unterschätzen. Dazu sagt Klemens Steidl, Bezirksobmann der Wirtschaftskammer Braunau: "Viele Betriebe suchen Mitarbeiter, die in die Struktur hineingewachsen sind." Daher sei vor allem die Nachfrage nach Fachkräften mit dualer Ausbildung hoch und die "Karriere mit Lehre" nach wie vor aktuell. Zudem gibt es viele gute Ausbildungsbetriebe in der Region. Auch wenn es diesen durch Überregulierung in gewisser Weise unnötig schwer gemacht würde, "wollen die Betriebe ausbilden", betont Klemens Steidl.

Entscheidungsfindung ist ausschlaggebend

Wenn man ein Band, das einen Meter lang ist, nimmt, und mit dem Leben vergleicht, müsste man bei ungefähr 90 Zentimetern die Lebenserwartung markieren. Die Länge des Lebens in der Arbeitswelt müsste mindestens einen halben Meter betragen. Der Entscheidung, was man in diesen 50 Jahren im Berufsleben macht, wird in der Regel nur ein Zentimeter des Bandes gewidmet. Dieser Vergleich stammt von Klemens Steidl. Er möchte damit verdeutlichen, wie wichtig der Prozess der Entscheidungsfindung bezüglich der eigenen beruflichen Zukunft ist.

Die Potenzialanalyse, eine Initiative der Wirtschaftskammer mit den Schulen, zielt darauf ab, den Schülern durch die Verdeutlichung von Neigungen und Fähigkeiten, eine Hilfestellung bei der Berufswahl zu bieten. "Der Grundstock für berufliche Orientierung muss in der Schule gelegt werden", meint auch Stefan Seilinger vom AMS.
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