13.06.2016, 15:22 Uhr

Nord-Süd-Gefälle im Burgenland macht Arbeiterkammer Sorgen

Ungleichgewichte am Arbeitsmarkt konstatieren (von links) Karl Lang, Gabi Tremmel, Erich Debellak, Heinz Kulovits und Stefanie Kern.
Das Nord-Süd-Gefälle auf dem burgenländischen Arbeitsmarkt bereitet der Arbeiterkammer (AK) zunehmend Sorgen. "Den stärksten Anstieg bei der Beschäftigung im Jahr 2015 verzeichnete der Bezirk Neusiedl, während in den Bezirken Güssing und Jennersdorf die Beschäftigung um 0,9 % zurückging", stellte AK-Vizepräsident Heinz Kulovits bei der Präsentation einschlägiger Arbeitsmarktdaten fest.

In der Industrie fiel die Zahl der Beschäftigten allein von 2014 auf 2015 um 8,55 % (Bezirk Jennersdorf) bzw. 6,59 % (Bezirk Güssing).

Immer weniger Lehrbetriebe

Konstant rückläufig ist auch die Zahl der Lehrbetriebe. Von 2001 bis 2015 sank ihre Zahl im Bezirk Jennersdorf von 93 auf 52, im Bezirk Güssing von 105 auf 85. Kulovits fordert die Schaffung eines Lehrlingsausbildungsfonds nach Vorarlberger Modell. "Betriebe, die keine Lehrlinge ausbilden, zahlen dort ein. Wer Lehrlinge ausbildet, profitiert hingegen."

Wie Kulovits tritt auch der Jennersdorfer AK-Bezirksstellenleiter Karl Lang für den raschen Bau der S 7 ein. "Sonst schaut es mit der Ansiedlung weiterer Leitbetriebe schlecht aus."

Ältere Arbeitslose

Der Bezirk Jennersdorf verzeichnete 2015 außerdem mit + 18,3 % den stärksten Anstieg bei Arbeitslosen über 50 Jahren.

Beim Verdienst liegt der Bezirk Güssing überdurchschnittlich gut. Das liegt laut AK an den vielen Pendlern, die ihr Einkommen aus anderen Bundesländern "importieren".
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