20.06.2016, 12:19 Uhr

Bluthochdruck und seine Folgen

Univ.-Prof. Dr. Gert Mayer mit dem Moderator Univ.-Prof. Dieter zur Nedden
Vergangenen Dienstag sprach Univ.-Prof. Dr. Gert Mayer über ein Thema, welches sehr häufig vorkommt, für das die Medizin aber keine direkte Ursache finden kann – der hohe Blutdruck. Unter der Moderation von Univ.-Prof. Dr. Dieter zur Nedden, erklärte er was der Blutdruck ist, wie man ihn misst, wie die Diagnose gestellt wird und wie man sie stellen sollte. Die Folgen sowie die Therapie, aber vor allem was man selber tun kann wurde in diesem Vortrag näher gebracht.

Bei den über 50-Jährigen hat jeder Zweite erhöhte Blutdruckwerte und mit zunehmendem Alter steigt die Wahrscheinlichkeit. Bei rund 95 Prozent aller Menschen kann keine einzelne Ursache für einen Bluthochdruck (Hypertonie) gefunden werden. Es sind allerdings einige Risikofaktoren, die den Blutdruck begünstigen: Übergewicht, Bewegungsmangel, kochsalzreiche Ernährung, erhöhter Alkoholkonsum und Diabetes. Demzufolge reduziert ein PatientInnen mit Bluthochdruck sind Erkrankungen der Nieren, der Nebennieren oder der Schilddrüse ursächlich für diesen.

Leider spüren die meisten ihren Bluthochdruck nicht. Deshalb wissen viele Betroffenen nichts davon. Das ist gefährlich, denn eine länger andauernde Hypertonie schädigt Gefäße und Organe. Vor allem wird die Gefäßverkalkung, die Atherosklerose, durch Hypertonie gefördert, was Verengungen und Herzkranzgefäße und letztlich einen Herzinfarkt nach sich zieht. Zusätzlich führt eine langjährige, unbehandelte Hypertonie oft zu Herzschwäche, Schlaganfall, Demenz, Nierenstörungen und Sehverschlechterungen.

Um festzustellen, ob ein Bluthochdruck vorliegt, messen Ärzte und Ärztinnen den Blutdruck klassisch mit einer Manschette am Oberarm des/der bequem sitzenden Patienten/Patientin. Diese Messung sollte unter ruhigen Bedingungen stattfinden, die Patienten und Patientinnen sollten währenddessen auch nicht sprechen. Allerdings ist eine einzelne Messung, etwa in der Ordination, kaum aussagekräftig. Zum einen schwankt der Blutdruck über den Tag hinweg erheblich, zum anderen kann es in der Ordination zum sogenannten „Weißkittelblutdruck“ kommen. Dieser kann durch die Erwartungshaltung des Patienten/der Patientin bedingt sein.
Deshalb ist man in der Medizin dazu übergegangen, die Patientinnen mit Selbstmessgeräten auszustatten. 30 Messungen zu unterschiedlichen Tageszeiten bieten einen optimalen Überblick über die Blutdrucksituation. Wenn korrekt gemessen wurde und der Durchschnitt der Messergebnisse einen Blutdruck über 135/80 zeigt, ist von einer Hypertonie auszugehen, die behandlungsbedürftig ist.

Wichtige nichtmedikamentöse Maßnahmen zur Senkung des Blutdrucks sind Gewichtsreduktion bei Übergewicht, Einhaltung einer kochsalzarmen Kost, die reich an Gemüse und Obst ist, regelmäßige Bewegung und Reduktion des Alkohols auf unter ein bis zwei Achtel Wein pro Tag.

Reichen diese Maßnahmen nicht aus, wird auf eine medikamentöse Therapie zurückgegriffen, die einen erhöhten Blutdruck bei annähernd allen PatientInnen in den normalen Bereich bringen kann. Wenn das nicht gelingt, liegt es fast immer an einer unzureichenden Dosierung der Medikamente oder an deren Nichteinnahme. Wichtig ist allerdings: Eine Hypertonietherapie muss ein Leben lang fortgesetzt werden – Angst vor „Chemie“ ist so gut wie immer unbegründet. Zudem sind regelmäßige Blutdruckkontrollen wichtig, damit beurteilt werden kann, ob sich der Blutdruckwert im optimalen Bereich befindet. „Bei Packungsbeilagen stehen mögliche Nebenwirkungen drinnen, was aber passiert, wenn sie die Medikamente nicht nehmen geht nicht wieder weg und wenn man einmal einen Schlaganfall hatte wird das ja nicht besser – wenn man immer einen Blutdruck von 150 hatte und dann eine Tablette und der Blutdruck auf 120 sinkt fühlt man sich natürlich nicht gut, der Körper war auf einen hohen Wert eingestellt, und das ist dann keine Nebenwirkung, sondern die Wirkung!“, erinnerte Dr. Mayer.
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