11.07.2016, 15:04 Uhr

Die Zahl der Gurtenmuffel steigt wieder

Die Zahl, derjenigen, die den Gurt im Auto anlegen, sinkt - so das KFV. (Foto: Archiv)

Der Gurt rettet Leben - aber dennoch steigt die Zahl der im Auto Nichtangeschnallten wieder an. Das KFV fordert einen leichteren Vollzug bei Gurtdelikten.

Das Kuratorium für Verkehrssicherheit (KFV) erhebt jährlich in ganz Österreich wie viele KFZ Insassen in Prozent angegurtet sind. Das Ergebnis für 2015 zeigt: Die Zahl der Gurtmuffel steigt wieder - egal ob bei den LenkerInnen, Bei- oder MitfahrerInnen.

Gurtanlegequote 2015

2015 waren sieben Prozent der Lenker ungesichert im PKW unterwegs. Im Jahr 2014 waren es noch rund 95 Prozent. Auf der Rückbank waren nur 88 Prozent angeschnallt. Von den Kindern bis 12 Jahren sind 97 Prozent angegurtet, bei den Senioren 95 Prozent. Die Sicherheitsgurt-Quote bei den 13 bis 24jährigen beträgt nur 91 Prozent.

Der Gurt rettet Leben

Es zeigt sich, dass bei einer Gurtanlegequote von 100 Prozent 60 Menschen pro Jahr gerettet werden könnten. Experten gehen davon aus, dass seit Einführung der Gurtpflicht 1976 mehr als 4.500 bei Autounfällen getöteten Menschen leben könnten, wenn sie angeschnallt gewesen wären. Das Risiko bei einem Unfall getötet zu werden ist ohne Gurt 11 Mal höher als mit Gurt. Jeder 19. nicht angegurtete PKW-Lenker bzw. Mitfahrer stirbt, während nur jeder 208. angegurtete PKW-Insasse bei einem Unfall mit Personenschaden getötet wird, so eine Analyse des KFV.

Gründe fürs Nicht-Angurten

Eine Umfrage unter rund 1.200 österreichischen Autofahrern zeigt die Gründe für das Nicht-Angurten. Das Angurtverhalten ist vor allem von der Situation abhängig.
  • Die Hälfte der Mitfahrer gurtet sich im Taxi oder auf der Rückbank selten oder nie an.
  • Auf kurzen Strecken gurtet sich ein Viertel selten oder nie an.
  • Bei Stress gurtet sich 15 Prozent selten oder nie an.
  • Rund 2 Prozent der Insassen gurtet sich nie an.
  • Schlechtes Wetter wirkt sich positiv auf die Gurt-Moral aus.

  • Top 3-Gründe für das Nicht-Angurten
  • Man vergisst sich anzugurten
  • Der Gurt ist unbequem oder unangenehm
  • Der Gurt ist auf Kurzstrecken nicht notwendig.

Geschichte von Gurt und Kindersitz in Österreich

Schon in den 20er Jahren gab es einfache Gurtsysteme. Als Erfinder des Dreipunkt-Sicherheitsgurts gilt der Volvo-Ingenieur Nils Bohlin. 1958 lies die Firma Volvo diese Erfindung patentieren.

  • 15. Juli 1976: Einführung der Gurtanlegepflicht im PKW (Vordersitze) ohne Strafandrohung
  • 1. Juli 1984: Einführung der Gurtanlegepflicht im PKW (Vordersitze) mit Strafandrohung
  • 28. Juli 1990 Gurtanlegepflicht auf allen Sitzen im PKW
  • 1. Jänner 1994: Verwendungspflicht von geeigneten Rückhaltesystemen bei der Beförderung von Kindern im Alter bis 12 Jahren („Kindersitzpflicht“)
  • 24. Mai 2002 Erweiterung der Verwendungspflicht von geeigneten Rückhaltesystemen auf Kinder im Alter bis 14 Jahre
  • 1. Jänner 2005 Erhöhung der Strafen für Nichtverwenden des Sicherheitsgurtes auf 35 €
(Quelle Daten Geschichte: Stat. Austria)
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