10.08.2016, 09:31 Uhr

NHT-Sanierung: "Seit vielen Wochen geht nichts weiter"

In einer NHT-Wohnanlage in der Prinz-Eugen-Straße liegen seit Wochen Berge von ausgehobener Erde im Innenhof.

In Saggen sorgt die "Pause" bei der Sanierung eines Gebäudes für Unmut.

INNSBRUCK. Renate Bramböck wohnt seit Jahrzehnten in der Saggener Wohnanlage der Neuen Heimat Tirol (NHT). Nun wird im Pradler Saggen in der Prinz-Eugen-Straße saniert. Der Innenhof soll neugestaltet werden und dazu haben schon die ersten Bauarbeiten angefangen. "Erst lief alles recht flott", erklärt die Rentnerin, "es wurde ein Graben um die Mauern ausgehoben und die Isolierung gemacht. Dann sind aber die Bauarbeiter plötzlich verschwunden." Ihr hätte die Sache weiters keine Sorgen gemacht, wenn nicht zwischendurch die Unwetter mit großen Regengüssen gekommen wären. Dadurch hat nämlich das Wasser die Gräben gefüllt und ist in den Keller eingedrungen. "Alles war nass", schildert Bramböck und zeigt Bilder auf ihrem Handy: "Auch der Gully ist übergelaufen." Tatsächlich steht alles still: Nirgends ein Hammer zu hören, nirgends ein Bauarbeiter zu sehen. Lediglich die ausgehobenen Schuttberge und Eimer liegen im Innenhof herum. "Es wird über einen Baustopp gemunkelt, die Baupolizei soll auch beim Nachbarhaus eingegriffen haben", schildert Bramböck die Gerüchte, die in der Wohnanlage die Runde machen. Dabei zahlt man schon seit 1. Juli die erhöhten Betriebskosten: Für sie sind das 20 Euro mehr im Monat, für andere sogar 80 Euro. Deshalb findet sie es besonders ärgerlich, dass nicht informiert wird und auch nichts weitergeht.

"Es gibt keinen Baustopp"

Engelbert Spiß, Geschäftsbereichsleiter der NHT für Neubau und Großinstandsetzung, widerspricht den Gerüchten: "Es gibt keinen Baustopp. Wir haben Arbeiten vorgezogen, die keine Baubewilligung brauchen. Die Baubewilligung sollte in den nächsten Tagen erledigt sein, dann gehen wir die statischen Arbeiten an." Er schließt außerdem aus, dass das Wasser im Keller wegen der offenen Gräben an der Hausmauer eingesickert ist: "Schon vor Jahren gab es im Keller ähnliche Probleme. Das hängt nicht mit der Sanierung zusammen, sondern mit dem Kanalrückstau. Auch das wird erneuert." In mehreren Etappen werden die Bauarbeiten durchgeführt, Sommer 2017 soll die Anlage saniert sein. Dass die Bewohner nicht informiert werden würden, schließt er aus, meint aber: "Wir wollen mit einer kleinen Zeitschrift den Bewohnern die Informationen näherbringen. Auch sind wir telefonisch erreichbar und ich halte jeden Dienstagnachmittag eine Sprechstunde vor Ort."

"Das ist mir neu", antwortet darauf Bramböck, "die Telefonnummer gibt es schon: Nur hebt nie jemand ab." Nun erwarten die Bewohner mit Spannung, wann die Bauarbeiter im Pradler Saggen wieder Hand anlegen.
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