08.06.2016, 12:11 Uhr

Sieglanger: Asylquartier noch nicht beschlossen

Die Skepsis im Stadtteil ist groß. Dennoch sind die Bürger "unter Bedingungen" bereit, das Asylquartier mitzutragen.

Die Verhandlungen um ein Flüchtlingsheim im Sieglanger ziehen sich hin. Verträge sind noch nicht unterschriftsreif.

Was die bloße Anmietung der Liegenschaften des Stiftes Wilten durch das Land betrifft, wäre man sich schon einig. Auch die Eerrichtung eines Heimes für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge stellt kein unüberwindbares Problem dar. Dennoch gibt es bei den Verhandlungen Sand im Getriebe. Denn zwei wesentliche Bestandteile des Gesamtprojektes konnten noch nicht realisiert werden. Die Anrainer im Stadteil, die sich zu einer Interessengemeinschaft formiert haben, und das Stift Wilten pochen auf ein Sicherheits- und ein Betreuungskonzept für die jungen Menschen, die dort untergebracht werden sollen. Beides konnten die TSD, die das Heim künftig betreiben soll, bislang nicht zur Zufriedenheit der Vertragspartner liefern.

Etliche Fragen offen

"Die Konzeptentwürfe, die uns bislang vorgelegt wurden, gehen nicht auf die Besonderheiten im Stadtteil ein und sind uns zu wenig detailliert", schildert Reinhold Sigl, Sprecher des Stiftes Wilten. Dieser Kritik schließt sich auch Thomas Mayer, Sprecher der Bürgerinitiative, an. "Es geht unter anderem auch um die Frage, welche Konsequenzen es gibt, wenn die Vereinbarungen bezüglich Betreuung und Sicherheit nicht eingehalten werden. Das muss vertraglich fixiert sein. So ist das in einem Rechtsstaat üblich", betont Mayer.


Stadt sieht TSD am Zug

Unterstützung erhalten Mayer und Sigl auch von dem für Flüchtlingsfragen zuständigen StR Franz Gruber. "Ich sehe die TSD am Zug. Die Anliegen des Stiftes und der Bürger sind gerechtfertigt und nachvollziehbar. Auch wir als Stadt wünschen uns ein ordentliches Konzept, das die Betreuung der Flüchtlinge regelt und die Sicherheit gewährleistet", so Gruber. Er ist überzeugt, dass sich aufgrund der positiven Signale von Stift und Anrainern eine Lösung finden lässt. Die TSD hingegen betonen, dass sie immer noch auf konkrete Wünsche der Verhandlungspartner warten würden, um diese in das bestehende Konzept einbauen zu können.
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