17.08.2016, 10:04 Uhr

Heimatverein will Eisenzeit-Funde wieder nach Kundl holen

Kundls Kulturreferent Albert Margreiter, Kassier Alt-Bgm Heinrich Fuchs, Obmann Jakob Mayer, Schriftführer Christoph Sappl und Obmann-Stv.in Silvana Haidacher (v.l.). (Foto: Haun)

Vorstand des neuen Kundler Heimatvereins einstimmig gewählt, auch Standortpläne für Heimatmuseum erläutert.

KUNDL (flo). Historische Kultur und Wirtschaftsgüter zu sammeln, erhalten, restaurieren und im Rahmen von Ausstellungen zu präsentieren ist das Ziel des vor kurzem gegründeten Kundler Heimatvereins, der am vergangenen Freitag, den 12. August, seine offizielle Gründungsversammlung mit der Wahl des Vorstands im Cafe "Lo-Ca" in Kundl abhielt.

"Kundl Seinerzeit"-Historiker Jakob Mayer, der den Verein gemeinsam mit Christoph Sappl ins Leben rief, freute sich, unter den zahlreichen Gästen auch die ehemaligen Kundler Bürgermeister Walter Doblander und Heinrich Fuchs sowie den Kulturreferenten der Marktgemeinde Albert Margreiter begrüßen zu können. Zu Beginn der Versammlung präsentierte Mayer einen Film über die Rückführung der "Schwarzen Mander" in die Innsbrucker Hofkirche. Sie waren während des Zweiten Weltkriegs im alten Kundler Brauereistollen nahe des Klammeingangs eingelagert worden. Mayer kritisierte, dass sich von den historischen Relikten aus der Spät-Eisenzeit, die in den 1970er- und 80er-Jahren bei Ausgrabungen in der Wimpissinger Schottergrube zutage gefördert wurden, kein Einziges in Kundl befinde. Der Heimatverein wolle sich bemühen, in Zukunft wenigstens einen Teil der Relikte im Rahmen einer Ausstellung im Ort zu präsentieren.

Derzeit ist der Verein auf der Suche nach einem geeigneten Vereinsheim. Da die Räumlichkeiten des Kundler Tourismusverbands vor kurzem frei geworden sind, wären diese zumindest vorübergehend ideal, ließ Mayer verlauten. Als Standort für das Heimatmuseum ist das E-Werk beim Klammeingang im Gespräch. Es wird seit seiner Inbetriebnahme im Jahr 1926 mit den Originalmaschinen betrieben und gilt selbst als Industriedenkmal. Betrieben wird das Kundler E-Werk derzeit von der Tiwag, die Mayer zufolge der Idee nicht abgeneigt sei.

Der erste Vorstand wurde gewählt

Anschließend fand die Wahl des Vorstands statt – Vereinsgründer Jakob Mayer wurde einstimmig zum Obmann gewählt und Silvana Haidacher, ihres Zeichens ehmalige Vize-Bürgermeisterin und Kulturreferentin, zu seiner Stellvertreterin. Mitbegründer Christoph Sappl wurde zum Schriftführer ernannt, Alt-Bürgermeister Heinrich Fuchs zum Kassier und Jakob Reiter wurde zu dessen Stellvertreter gewählt.
"Mich freut es dass so viele Leute anwesend sind die in der Vergangenheit entweder als Bürgermeister, im Kulturausschuss oder beim Verein St. Leonhard schon viel mit der Kundler Kultur zu tun hatten", betonte Kulturreferent Albert Margreiter. Weiters erklärte er, dass es im umfangreichen Archiv der Gemeinde viel aufzuarbeiten gäbe und der Heimatverein dafür bestens geeignet sei. Zudem sollen Kultur- und Kleindenkmäler erhoben werden.
Die Verwendung des Gemeindewappens durch den Heimatverein sei kein Problem, war sich Margreiter sicher. Allerdings muss dieses Ansuchen noch vom Gemeinderat behandelt werden.
Mayer plant, jeden ersten Mittwoch im Monat einen "Kundl Seinerzeit Stammtisch" abzuhalten.

Kundler Medizinergeschichte & erste Ausstellung

Dr. Reinhard Ascher, 20 Jahre lang Sprengelarzt in Kundl, ist in Besitz der Aufzeichnungen von Dr. Hans Bachmann, der zwischen 1900 und 1940 als Sprengelarzt tätig war. Nach dessen Tod habe er sie von seiner Witwe erhalten und bis heute aus rechtlichen Gründen unter Verschluss gehalten. Er wolle die Unterlagen dem Heimatverein zur Verfügung stellen und betonte, dass er sehr daran interessiert wäre, etwas über seine Vorgänger Kammerlander, Geiger, Bachmann und Huber zu publizieren, da die Aufzeichungen über sie "dringenst aufgefrischt gehören".

Danach präsentierte Mayer noch sein zweites, etwas neueres Bild des Biergottes "Gambrinus". Das älteste "Gambrinus"-Gemälde in Tirol, das ebenfalls in Mayers Sammlung aufscheint, ist derzeit im Cafe "Lo-Ca" ausgestellt. Auch rund 20 weitere Artefakte aus den Sammlungen der beiden Vereinsgründer, darunter ein historisches Postamtsschild, das früher am "Tischbergerhaus" am Kundler Mühlbachweg hing, und Relikte der Kundler Brauerei, die im Jahre 1658 gegründet wurde, sind im "Lo-Ca" ausgestellt und während der Öffnungszeiten zu sehen.
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