06.04.2016, 12:46 Uhr

AK Kärnten fördert Nachhilfe Pilotprojekt - Lerncoaching - mit 120.000 Euro

Finanziell benachteiligte Eltern sollen bei der Nachhilfe ihrer Kinder unterstützt werden (Foto: pexels)

Mit 2.340 zusätzlichen Lerneinheiten werden Kärntner Pflichtschüler ab zehn Jahren gefördert.

KLAGENFURT. Unter dem Motto "Lerncoaching 2016" startete die Arbeiterkammer Kärnten ein bildungspolitisches Pilotprojekt für Kinde und Jugendliche im Pflichtschulalter. Ausgangspunkt für das Projekt war eine von der AK beauftragte IFES (Institut für empirische Sozialforschung) Nachhilfestudie. Ergebnisse dieser Studie zeigen, dass die Ausgaben für das Schuljahr 2014/2015 einem Kärntner Haushalt teuer zu stehen kommt und diesen durchschnittlich mit 742 Euro belastet. Fast die Hälfte der Eltern gibt an, durch Nachhilfe finanziell sehr stark belastet zu sein. Insgesamt wurden 7,4 Millionen Euro für Nachhilfe ausgegeben. Zehn Prozent der Eltern beklagen, dass sie für ihr Kind keine externe Nachhilfe engagieren konnten, obwohl sie eine benötigten.

Chancengleichheit in der Bildung

Für viele Schüler gehört Nachhilfe zum Schulalltag. Viele Schulen produzieren einen boomenden Nachhilfemarkt, in denen Eltern investieren können, die es sich leisten können. Da Kinder aus Familien mit geringeren finanziellen Ressourcen benachteiligt sind, proligiert das die soziale Ungerechtigkeit. „Finanziell schwächer gestellte Haushalte dürfen nicht benachteiligt werden. Die AK stellt sich in den Dienst der Sache und gibt auch den Menschen eine Chance zur Bildung, die es sich sonst nicht leisten können“, sagt AK-Präsident Günther Goach. Die Unterstützung der externen Nachhilfe ist für ihn nur die zweitbeste Möglichkeit. „Probleme müssen an der Wurzel gepackt werden. Das Schulsystem muss weiter reformiert, Ganztagesschulen mit entsprechenden Rahmenbedingungen für Lehrer und Schüler ausgebaut und eine bessere Beratung über den passenden Schultyp geschaffen werden“, so Goach.

Voraussetzungen für 2.340 Nachhilfeeinheiten

Mindestens ein Elternteil muss der AK zugehörig sein und das gesamte Haushaltseinkommen der Familie darf 2.500 Euro des Bruttogehalts nicht überschreiten. Pflichtschülerinnen und Pflichtschüler ab dem zehnten Lebensjahr können ab April, für eine einmalige Einschreibgebühr von zehn Euro, Nachhilfeunterricht in Anspruch nehmen.

Abgewickelt wird das auf zwei Jahre befristete und mit 120.000 Euro dotierte Pilotprojekt der AK von den Kärntner Volkshochschulen in allen Bezirksstellen. Die Nachhilfe-Kurse werden in einem ersten Schritt von Mitte April bis Juni in allen VHS-Bezirksstellen angeboten. In diesem Zeitraum ist es noch möglich, einen Fünfer im Zeugnis abzuwenden. Ab Mitte August gibt es dann wieder Kurse zur Vorbereitung auf eventuelle Nachprüfungen. Anmeldungen und Informationen erhalten alle Interessierte in den jeweiligen VHS-Bezirksstellen.
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