20.09.2016, 12:12 Uhr

Zweiter Ärztestreik geplant: Kein Ende des Streits zwischen Spitalsärzten und Krankenanstaltenverbund in Sicht

Ärztliche Versorgung gewährleistet: Auch wenn die Wiener Spitalsärzte streiken, sind in allen Gemeindespitälern Ärzte vor Ort, die sich um Notfälle kümmern. (Foto: MEV Verlag)

Die Ärzte der Wiener Gemeindespitäler laufen gegen eine neue Regelung der Dienstzeit Sturm. Besonders die Reduktion der Nachtdienste ist den Medizinern ein Dorn im Auge. Nach einem Ärztestreik am 12. September sind für nächste Woche weitere Streikmaßnahmen geplant.

WIEN. Seit Wochen verunsichern Diskussionen rund um Ärztestreiks die Patienten. Doch welche Ärzte streiken? Warum wird überhaupt gestreikt? Und vor allem: Ist die medizinische Versorgung in Wien gewährleistet? Wir haben die wichtigsten Fragen rund um das Thema Ärztestreik zusammengefasst:

Welche Ärzte streiken? Ist mit geschlossenen Praxen zu rechnen?
Nein, gestreikt wird nur in den Gemeindespitälern der Wiener Krankenanstaltenverbunds (KAV). Ordinationen sind von der Debatte nicht betroffen.

Weshalb streiken die Wiener Spitalsärzte?
Die Ärzte sprechen sich gegen eine im Vorjahr vereinbarte, neue Dienstzeitregelung aus, die ab September umgesetzt werden soll. Konkret löste eine Reduktion der Nachtdienste in städtischen Spitälern die Diskussionen aus. Nun verlangt die Ärztekammer die Rücknahme dieser Reduktion der Nachtdienste. Auch eine geplante Umschichtung der Dienstzeiten steht in der Kritik. Die Ärztekammer spricht von einer „zwangsweisen Einführung von 12,5-Stunden-Schichtdiensten“.

Wieviele Ärzte sind beim Krankenanstaltenverbund (KAV) tätig?
Rund 3.500 Ärzte sind in den elf Spitälern des KAV angestellt.

Werden die Spitalsärzte von der Ärztekammer unterstützt?
Ja, die Ärztekammer initiierte sogar die Protestwelle. Ärztekammerpräsident Thomas Szekeres sprach sich gegen ein „konsequente Herunterfahren von Leistungen in den Spitälern“ aus. Die Ärztekammer führt auch die Gespräche mit dem KAV und der Stadt Wien.

Wann wurde gestreikt?
Am 12. September fand ein Warnstreik statt. 2.000 Ärzte zogen durch die Innenstadt.

Welche Auswirkungen hat ein Ärztestreik auf die Patienten?
Für den 12. September wurden alle Eingriffe verschoben. Es wurde in allen KAV-Spitälern ein Notdienst eingerichtet, um die medizinische Versorgung zu gewährleisten.

Ist ein weiterer Ärztestreik geplant?
Ja, die Standesvertretung droht mit weiteren Streikmaßnahmen ab 26. September, falls die laufenden Gespräche zwischen KAV und Ärztekammer keine Einigung bringen.

Was sagt die Gesundheitsstadträtin Sonja Wehsely (SPÖ) zu der Debatte?
Wehsely forderte bis zuletzt eine Absage des Streiks und verteidigt die neue Dienstzeitregelung. Die Gesundheitsstadträtin hält die Forderungen nicht für gerechtfertigt und erklärte, dass im Juli 2015 die Gehälter der Spitalsärzte angehoben wurden.
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