10.08.2016, 12:20 Uhr

Honig-Spende für den Martiniladen

Honig-Spende für den Martiniladen: Fritz Gastl (li.) dankte Asylwerber Zaidollah Heydari für seine wertvolle Arbeit. GF Monika Rotter zeigte sich erfreut.

Junger Flüchtling aus Afghanistan wartet seit fünf Jahren auf den Asylbescheid. Er engagiert sich ehrenamtlich.

LANDECK (otko). Ein wertvolles Geschenk überließ vergangenen Dienstag Zaidollah Heydari, ein 27-jähriger Flüchtling aus Afghanistan, dem Martiniladen in Landeck. Hobby-Imker Fritz Gastl hatte sich zuvor beim Asylwerber mit frischem Honig für seine wertvolle und ehrenamtliche Arbeit bedankt. "Er ist ein bewährter Mitarbeiter und eine Stütze bei der Osteuropa-Hilfsaktion. Er nimmt selber nichts und spendet den Honig für den Martiniladen damit er an Bedürftige weiter gegeben werden kann", zeigte sich Gastl beeindruckt. Martiniladen-Geschäftsführerin Monika Rotter dankte für das hochwertige Produkt.
Asylwerber dürften in Österreich nur eingeschränkt arbeiten, z. B. bei Gemeinden oder gemeinnützigen Organisationen. Dafür bekommen sie eine Entschädigung von drei Euro pro Stunde. Auch im Martiniladen ist Zaidollah Heydari seit zwei Jahren ehrenamtlich tätig und verzichtet auf diese Entschädigung. "Wir schätzen seinen Einsatz und seine Hilfsbereitschaft", lobt Rotter.

Langes Warten

"Ich bin froh, dass ich im Martiniladen helfen kann. Ich habe nette Leute kennen gelernt und kann auch mein Deutsch verbessern", betont der 27-Jährige, der vor den Taliban in einer wahren Odyssee aus Afghanistan geflüchtet ist. Seit nunmehr fünf Jahren lebt er in Österreich. Trotz mehrerer Empfehlungsschreiben, worin sein vorbildlicher Einsatz gelobt wird, wartet er immer noch auf einen Asylbescheid. "Er möchte arbeiten und darf aber nicht. Mein Eindruck ist es, dass er bei den Behörden im Kreis geschickt wird", schüttelt Gastl den Kopf.
In Afghanisatan arbeitete Zaidollah Heydari als Teppichknüpfer und Schuster. Trotzdem würden ihn heimische Firmen gerne anstellen, wobei er allerdings als Voraussetzung dafür einen positiven Asylbescheid braucht. Zumindest hat er seit kurzem einen Arbeitsvorvertrag einer großen heimischen Firma in Händen. "Ich könnte dort sofort anfangen, aber ohne Status kann ich keinen Vertrag abschließen. Den Vorvertrag habe ich nun an das BFA (Anmerkung: Bundesamt für Fremdenwesen und Asyl) geschickt und hoffe, dass es etwas nützt", erzählt Zaidollah Heydari. In seiner Gruppe von Landsleuten aus Afghanistan in Landeck sei er noch der einzige, der auch einen positiven Asylbescheid wartet.
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