06.07.2016, 12:10 Uhr

"Wir müssen uns an Kapriolen gewöhnen"

(Foto: Wolfgang Spitzbart)

Laakirchen wurde von schlimmster Umwetter-Katastrophe der Geschichte heimgesucht.

BEZIRK (km). Ganze Ortsteile und Straßenzüge standen am Samstag nach einem Starkregen unter Wasser. Binnen kürzester Zeit wurden Keller und Tiefgaragen überflutet und Fahrbahnen großflächig unterspült. Am schlimmsten betroffen waren im Laakirchner Zentrum der Bereich Gmöserstraße-Dürerstraße-Thal sowie die Ortschaft Lindach. Dutzende Fahrzeuge konnten nicht mehr in Sicherheit gebracht werden und wurden vom Wasser eingeschlossen. Eine Familie musste aus ihrem stark betroffenen Haus evakuiert werden. Die Schäden an Einrichtungen, Fahrzeugen und Infrastruktur sind gewaltig. „So etwas hat Laakirchen noch nie gesehen“, so Einsatzleiter Jürgen Sturm. Neben den sofort alarmierten Feuerwehren aus Laakirchen eilten auch die Feuerwehren der Umgebung in die Papierstadt um zu helfen. Auch das Bezirks- und Abschnittsfeuerwehrkommando, das Rote Kreuz Gmunden mit dem Kriseninterventionsteam, die Polizeiinspektion Laakirchen, die Mitarbeiter des Bauhofes und auch viele zivile Helfer standen im Einsatz. Das war heuer bereits der dritte Großeinsatz nach schweren Regenfällen im Salzkammergut. Ein heftiger und langandauernder Regenschauer suchte am 28. Mai das Gemeindegebiet Bad Ischl heim. Zahlreiche Keller wurden binnen kurzer Zeit überflutet. Die Überflutung ganzer Straßenzüge sorgte für ein Verkehrschaos in der Innenstadt, da diese teilweise für den Verkehr nicht ohne große Gefahren passierbar gewesen waren.

Unwetter in Pinsdorf

Am 18. Juni fegte ein starkes Unwetter über die Traunseegemeinden Altmünster/Reindlmühl, Gmunden, Pinsdorf, Ohlsdorf, Roitham und Laakirchen. Vor allem die Gemeinde Pinsdorf wurde vom starken Regen und Hagel am schwersten getroffen. Hier galt es zahlreiche Keller, ganze Häuser und Einfahrten vom Wasser, Schlamm und Hagel zu befreien. Sogar Schneepflüge wurden eingesetzt um den Hagel von den Straßen zu bekommen. "An solche großen Niederschlagsmengen müssen wir uns in Zukunft leider gewöhnen. Die Klimaszenarien sagen, dass sich solche Ereignisse häufen werden", so Wetterexperte Klaus Reingruber von Blue Sky Wetteranalysen. "Experten predigen schon lange, dass in Österreich viel zu viel 'zugepflastert' wird, das Wasser kann so nicht mehr versickern!"

Zukunftslösungen prüfen

"Solche Ereignisse wie das vom Samstag sind nicht abschätzbar, das war außergewöhnlich. Wir sind dabei zu prüfen, wie wir diese Bereiche vor künftigen Hochwassern schützen können. Eventuell errichten wir einen kleinen Damm, wir müssen das Wasser auf jeden Fall schon viel früher abfangen", so der geschockte Laakirchner Bürgermeister Fritz Feichtinger.
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