30.03.2016, 18:00 Uhr

Bringt 'Sensationsgier' nun Hochwasser-Cafe?

In einem solchen Gewölbe an der Innlände könnte sich Immobilienmakler Norbert König ein Hochwasser-Cafe vorstellen. (Foto: Ebner)

Ein Hochwasser-Cafe an der Innlände? Genau das regt der Schärdinger Immobilienmakler Norbert König an.

SCHÄRDING (ebd). Wie genau ein Hochwasser-Cafe aussehen könnte und wie erste Gespräche mit etwaigen Investoren verlaufen sind, darüber spricht König im Interview.

BezirksRundschau: Herr König, Sie lassen mit einer Idee aufhorchen, wonach in Schärding ein Hochwasser-Cafe eröffnet werden soll.
König: Das ist richtig. Schärding lebt eben von der Geschichte und von Tragödien rund ums Hochwasser. Faktum ist, dass tausende Touristen Schärding nicht nur mit der Marke Schärdinger, sondern auch mit Hochwässer verbinden.

Wie kommen Sie zu so einer schrillen Idee?
Als Immobilientreuhänder ist man auch befasst, Häuser an der schönen Innlände zu verwerten. Diese sind vom Hochwasser betroffen. Dabei muss man halt auch eine Geschichte mitverkaufen, so nach dem Grundsatz wie in der Architektur: Was man nicht verhindern kann, muss man besonders hervorheben.

Braucht man dann einen Tauchanzug um ins Hochwasser-Cafe zu kommen?
(Lacht). Natürlich nicht. Tatsache ist, dass es entlang der Innlände tolle Baulichkeiten und Kellerräumlichkeiten gibt, die sich für ein innovatives Cafeerlebnis gut eignen. Und: Schärding hat einen immensen Fundus an Dokumentationen, Bildern und Clips rund ums Hochwasser.

Würde sich Ihrer Meinung nach so ein Investment überhaupt rechnen?
An schönen Sommertagen frequentieren rund 50.000 Personen pro Woche die Stadt. Ein Schwerpunkt ist das Flanieren entlang des Inn mit prächtigem Blick auf die 800 Jahre alte Granitbrücke und auf das herrliche Barockschloss Neuhaus. Die Hochwässer, markige Schlagzeilen, die tolle Frequenz und leider auch die Sensationsgier – all das schreit geradezu nach einer einzigartigen Erlebnis-Location.

Wie könnte ein derartiges Hochwasser-Cafe aussehen?
Eignen würde sich so eine Art Mix aus Erlebnisgastronomie wie Museum, Kunst, Kultur und Filmstudio. Die Räume könnten mit allem rund ums Hochwasser – wie etwa Endlos-Clips, Gluckgluck-Sounds, Rettungsutensilien, Bilder, Musik oder Laser-Spiegellagen geprägt sein.

Was bedeutet dieses Konzept für die Immobilienwirtschaft?
Letztendlich eine Win–Win-Situation für alle: Alte Substanz wird vor dem Verfall gerettet. Zudem wird ein innovatives Konzept umgesetzt und damit geht eine moderne Gastronomie-Reputation einher und … bevor zuviel an Steuern abgeführt wird, soll nachhaltig in die örtliche Wirtschaft investiert werden.

Würde eine derart schrille Idee überhaupt die Zustimmung der Behörden finden?
Meine Erfahrung ist, dass unsere örtlichen Behörden und auch das Denkmalamt rasch erklären, wie man was umsetzen kann, während man in anderen Ländern Investoren oft stundenlang erklärt, warum was nicht geht. Das macht den Unterschied.

Gibt's für ein derartiges Erlebniskonzept auch Investoren?
Einigen Top-Gastronomen gefällt dieses Konzept sehr, aber Schlange stehen sie nicht. Das Investitionsverhalten wurde bisher leider getrübt durch Schlagzeilen wie „Flüchtlingsstrom in der schönsten Barockstadt Österreichs“.
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