16.08.2016, 08:55 Uhr

Dabei sein ist doch nicht alles

Erich Pils mit seinem Trainer Erhard Kellner in Seoul: Nach Hause ging's geknickt. (Foto: privat)

Olympia, Olympia: Wo im Bezirk St. Pölten der olympische Geist steckt.

ST. PÖLTEN (bt). Die Olympischen Spiele in Rio sind voll im Gange. 71 Sportler versuchen die rot-weiß-rote Fahne in Ehren zu vertreten, darunter sind auch 13 Niederösterreicher. Die Bezirksblätter stellten sich die Frage: Wieviel Olympia steckt eigentlich in unserem Bezirk?
Erstmals in ihrer langen Geschichte konnte die Union St. Pölten Leichtathletik gleich zwei Sportlerinnen zu den Olympischen Spielen schicken. Die 28-jährige St. Pöltnerin Beate Schrott und die 22-jährige eigentliche Oberösterreicherin Ivona Dadic sind mit dabei. "Es ist nicht in Worte zu fassen, wie viel mir das bedeutet, dass ich heute in den Flieger steigen darf mit der Destination Rio de Janeiro", verabschiedete sich Schrott auf Facebook.



Während Ivona Dadic ein "Hello from Rio guys" schickt.

Kein Hehl um Stolz

"Da mache ich keinen Hehl daraus, ich bin sehr stolz. Wir haben einige Olympiastarter in den 70er-Jahren gehabt, aber zwei bei einem Großereignis, das ist einzigartig", so Sektionsleiter Gottfried Lammerhuber. Klima und Zeitumstellung sind für seine Schützlinge kein Problem, da sie welterfahren sind. Beide nahmen auch schon an den Olympischen Spielen in London teil. "Wenn sich bei Ivona die Top Zehn oder Top Zwölf ausgehen, wäre das ein Riesenerfolg. Bei Beate ist ein Einzug in das Halbfinale sicher möglich", so Lammerhuber, den sein Wecker nun früh aus dem Bett klingelt, denn er fiebert vor dem Fernseher mit. Mit dem olympischen Gedanken - dabei sein ist alles - räumt der Sektionsleiter auf. "Das ist der erste Schritt zur Niederlage."
Auch Sportschütze Alexander Schmirl aus Rabenstein zeigt in Rio, was er kann.


Smalltalk mit Weltschönheit

Doch nicht nur heuer ist der Bezirk St. Pölten stark vertreten, auch zuvor war er in Sachen Olympia kein unbeschriebenes Blatt. Während etwa Thomas Böhm 1984 in Los Angeles und 1988 in Seoul für den ESV St. Pölten schwamm, sprang Erich Pils in Seoul ins Becken. Sein Vater war Bademeister in Wilhelmsburg und so konnte er schon früh den Sprungturm erklimmen. Besonders im Gedächtnis geblieben ist ihm der Einmarsch. "Wenn du eine Sportart betreibst, nicht so wie Fußball, wo du es gewohnt bist, vor 90.000 Leuten einzumarschieren, ist das schon etwas Besonderes." Was Pils heute noch schmunzeln lässt, ist die Bekanntschaft mit der damaligen Miss World oder Miss Universum aus Venezuela. Das entstandene Foto findet er aber nicht mehr. "Leider habe ich einen Sprung verhaut und nur den 19. Platz erreicht." Was ihn im Nachhinein besonders gewurmt hat, war die Berichterstattung. "Österreich hat nur eine Medaille erreicht. Wir sind zerlegt worden." Heute pfeift der Ausbildungskoordinator des BORG und BHAS für Leistungssportler völlig auf Olympia. "Wir sind auf Mallorca und Kuba, da krieg ich eigentlich gar nichts mit."
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.