07.04.2016, 19:02 Uhr

Lob für die Teamarbeit

(Foto: FF Atzenbrugg/R. Marschik)

Bei wilder Verfolgungsjagd gingen zwei "dicke Fische" ins Netz; Sieben Streifen im Einsatz.

BEZIRK TULLN. UPDATE: 13.4. "Gott sei Dank ist den Polizisten nichts passiert und sie konnten die Typen festnehmen, sonst wären die Polizisten wieder die Buhmänner und das braucht momentan keiner", so Erwin Kalberth. "Ich hab die Verrückten auch gesehen, Gott sei Dank war ich in diesem Moment nicht auf der Straße." Ulrike Brandsteidl und Alfred Stöllner schreiben: "Ein großes Kompliment an unsere Exekutive."
Eine wilde Verfolgungsjagd, bei der der Polizei zwei "große Fische" ins Netz gingen, erregt die Gemüter. Letzten Donnerstag wurde bei der Polizei Sieghartskirchen Anzeige erstattet, dass im Bereich des Sportplatzes eine Person in einem Auto liege. Die Sache ging Schlag auf Schlag, eine Überprüfung erfolgte, die Lenker flüchteten mit einem in Purkersdorf gestohlenen Auto durch den halben Bezirk Tulln.

Schüsse abgegeben

Die Verfolgung erstreckte sich über Einsiedl, Langenrohr und Zwentendorf, rote Ampeln wurden übersehen, Fahrzeuge beschädigt – auch ein Streifenwagen. Bei Michelhausen kam das Fluchtauto von der Fahrbahn ab, Lenker und Beifahrer sprangen aus dem Fahrzeug und liefen in Richtung Bahnstrecke.
Die Polizisten nahmen die Verfolgung auf und gaben Schreckschüsse ab. Die Flüchtenden wurden festgenommen und sollen offenbar für mehrere Gewaltdelikte in Wien und Niederösterreich verantwortlich zeichnen, die Erhebungen sind im Gange.
Lob kommt von der Landespolizeidirektion Niederösterreich an die Tullner Kollegen unter Bezirks-Chefin Sonja Fiegl, die betont, dass "viel Ausbildung und Einsatztraining notwendig ist. Auch die rechtliche Fortbildung darf nicht zu kurz kommen, damit jeder weiß, wie weit er gehen darf", sagt sie. Was diesen Erfolg auszeichnet ist die "fantastische Teamarbeit, Einsätze werden im Nachhinein evaluiert. So auch in diesem Fall: "Wir stellen uns hier immer die Fragen 'Wo liegen unsere Stärken', 'Was hätte anders gemacht werden können', oder auch 'Was hätten wir verbessern können' ", so Fiegl abschließend.

7.4. 2016:

(red). Am 7. April 2016, gegen 09.25 wurde auf der Polizeiinspektion Sieghartskirchen die Anzeige erstattet, dass im Bereich des Sportplatzes in Sieghartskirchen, Bezirk Tulln, eine männliche Person in einem Pkw liege.
Deshalb erfolgte eine Überprüfung durch eine Polizeistreife. Beim Ansichtigwerden der Polizeistreife startete der Lenker das Fahrzeug und flüchtete damit durch den halben Bezirk Tulln. Eine Fahndungsanfrage ergab, dass die Kennzeichen in der Nacht zum 7. April 2016 in Purkersdorf gestohlen worden waren.

Mehrere Unfälle ausgelöst

Die Verfolgung erstreckte sich über die Bundesstraße 1/Einsiedl – Bundesstraße 19/Langenrohr – Landesstraße 112/Zwentendorf, in deren Verlauf der Lenker des flüchtenden Fahrzeuges mit weit überhöhter Geschwindigkeit mehrere Vorrangverletzungen, Überfahren des Rotlichts einer Ampel und zwei Verkehrsunfälle mit Sachschaden verursachte. Schließlich fuhr der Flüchtende in einem Kreisverkehr im Bereich Asparn gegen die Randsteine eines Kreisverkehrs und beschädigte sich dabei den linken Vorderreifen des Fluchtfahrzeuges. Dadurch löste sich der Reifen von der Felge. Mittlerweile waren an der Fahndung sieben Streifenwagen aus den Bezirken Tulln und St.Pölten beteiligt.

Polizei-Auto massiv beschädigt

Im Ortsgebiet von Atzenbrugg, bei der Fahrt in Richtung Landesstraße 2090 / Bundesstraße 1 überholte der flüchtende Lenker einen vor ihm fahrenden PKW. Aufgrund eines entgegenkommenden LKWs drängte der Flüchtende diesen PKW-Lenker ab, streifte den PKW und setzte die Flucht fort. Eine unmittelbar hinter dem Fluchtfahrzeug fahrende Polizeistreife wollte am abgedrängten PKW vorbeifahren. Dies ging sich aufgrund des entgegen kommenden LKWs nicht mehr aus, weshalb der Lenker des Streifenwagens eine Notbremsung einleitete. Trotzdem kam es zum Zusammenstoß mit dem LKW. Das Dienst-KFZ stieß mit der linken Seite gegen die linke Seite des LKWs und berührte rechts auch noch den vom Fluchtfahrzeug abgedrängten PKW. Dabei wurde das Dienst-KFZ massiv, der LKW und der abgedrängte PKW erheblich beschädigt.

Fluchtauto in Wien gestohlen

Schließlich fuhr das flüchtige Fahrzeug auf einer geschotterten Begleitstraße der Landesstraße 2090 in Fahrtrichtung Michelhausen. Vermutlich aufgrund der überhöhten Geschwindigkeit und des Fahrens auf der Felge des rechten Vorderreifens kam das Fahrzeug links von der Fahrbahn ab und in einem daneben verlaufenden Bachbett zum Stillstand. Dabei wurde der offenbar in Wien gestohlene Pkw erheblich beschädigt.

Polizei gab Schüsse ab

Der Lenker und sein Beifahrer sprangen aus dem Fahrzeug, überquerten die Landesstraße 2090 und liefen in Richtung Bahnstrecke. Die Polizisten nahmen zu Fuß die Verfolgung der Flüchtenden auf. Dabei liefen sie durch das Bachbett und überquerten ebenfalls die L 2090. Nach Abgabe von mehreren Schreckschüssen wurden die beiden Verdächtigen festgenommen.
Die Festgenommenen sind offenbar für mehrere Gewaltsdelikte in Wien und NÖ verantwortlich. Die erforderlichen Erhebungen sind im Gange.

Aufgrund der hervorragenden Fahndungstätigkeiten der Bediensteten des Bezirkspolizeikommandos Tulln konnten offenbar zwei große Fische aus dem Verkehr gezogen werden.
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