04.10.2017, 08:00 Uhr

Wien-Alsergrund: Bezirkspolitiker fordern ein Ärztezentrum

Bietet sich als idealer Standort an: Das Primärversorgungszentrum soll im Franz-Josefs-Bahnhof untergebracht werden.

Die Forderung eines Primärversorgungszentrums wurde vom Bezirk mit einer Resolution untermauert.

ALSERGRUND. Auf dem Areal rund um den Franz-Josefs-Bahnhof bleibt kein Stein auf dem anderen. Bis 2025 werden dort rund 5.000 neue Bezirksbewohner leben. Für die optimale medizinische Betreuung schlagen die Politiker aus dem Neunten nun die Errichtung eines Primärversorgungszentrums vor.

Triebfeder in dieser Causa sind die Neos. Die Resolution wurde im Bezirksparlament auch mit den Stimmen von SPÖ und Grünen beschlossen. "Ein derartiges Zentrum entlastet die Spitäler und verbessert durch die längeren Öffnungszeiten die Versorgung im Grätzel. Das Argument, dass im 9. Bezirk ja ohnedies das AKH steht, gilt für mich nicht. Ein Ärztezentrum spart noch dazu Kosten", sagt Neos-Klubobmann Szabolcs Nagy. Die Resolution wird auf der nächsten Ebene weiterdiskutiert. "Es braucht aber eine wienweite Bedarfserhebung dazu. Diese sollte möglichst bald kommen", sagt Nagy.

Rot-Grün mit dabei

Diesen Plan für die Zukunft unterstützt auch die SPÖ-Fraktion von Bezirksvorsteherin Martina Malyar. "Wenn sich Allgemeinmediziner mit anderen Gesundheitsberufen zusammenschließen, dann bedeutet das zahlreiche Vorteile für die Bewohner. Ein derartiges regionales Gesundheitszentrum bietet sich im Bezirk besonders an", sagt Malyar.


Das Stadtentwicklungsgebiet "Althan Quartier" ist auch für die grüne Bezirksvize Momo Kreutz ein möglicher Standort für das Primärversorgungszentrum. "Als nächsten Schritt sollten wir uns noch etwaige Alternativ-standorte im Bezirk überlegen, falls die Rathaus-Politiker unseren Vorschlag kippen. Und es muss unbedingt sichergestellt sein, dass die Praxisgemeinschaften auch alle einen Kassenvertrag haben", sagt Kreutz.

Wie geht’s weiter?

Die Resolution aus dem Alsergrund wird nun von Bund, Stadt und den Krankenkassen diskutiert. Der Bund möchte bis 2021 75 derartige Versorgungseinrichtungen in Österreich starten. Dafür werden rund 220 Millionen Euro verwendet. "Der Alsergrund hat aufgezeigt, dass wir so etwas wollen. Jetzt liegt es an den höheren Stellen", so Malyar.
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