Nature Challenge am Trockenrasen
Fest der Natur am Symposion Lindabrunn

Großes Interesse an der Expertenführung "Nachtexkursion" | Foto: Mirjam Preineder
27Bilder
  • Großes Interesse an der Expertenführung "Nachtexkursion"
  • Foto: Mirjam Preineder
  • hochgeladen von Mirjam Preineder

Gestern, am 17. Juli 2026, und heute findet die dritte Nature Challenge am Symposion Lindabrunn statt. Familien erforschen gemeinsam mit Biologen die Artenvielfalt.

BEZIRK BADEN/ENZESFELD-LINDABRUNN. Gemeinsam mit Expertinnen, Experten, Naturvermittlerinnen und Naturvermittlern konnten gestern Interessierte die Lebewesen der Nacht wie Nachtfalter, Fledermäuse und Eulen beobachten und viel Wissenswertes zum wertvollen Naturgebiet am Symposion erfahren. Im Rahmen der Exkursion wurde auch den Expertinnen und Experten beim Erforschen der nachtaktiven Tiere mit Insekten-Leuchttürmen und beim Fledermausfang über die Schulter geschaut. Auch Familien mit Kindern waren herzlich willkommen.

Christine Schörkhuber, Elisabeth Zottl-Paulischin und Irene Drozdowski begrüßen die Naturinteressierten. | Foto: Mirjam Preineder
  • Christine Schörkhuber, Elisabeth Zottl-Paulischin und Irene Drozdowski begrüßen die Naturinteressierten.
  • Foto: Mirjam Preineder
  • hochgeladen von Mirjam Preineder

Gemeinde, Landschaftspflegeverein (LPV) und Verein Symposion Lindabrunn luden gemeinsam ein, die besondere Natur vor der Haustüre kennen zu lernen. Geschäftsführende Gemeinderätin aus Enzesfeld-Lindabrunn Elisabeth Zottl-Paulischin erklärt, dass die Nature Challenge ein LEADER Projekt ist. Ohne die Fördergelder wäre es nicht bezahlbar. Sie ist begeistert: "Heuer hat so viel Gelber Lein geblüht, das ist ein Erfolg vom LPV." Die Gelbleinbiene ist auf den Gelben Lein angewiesen und ist nur an sechs Plätzen in Niederösterreich zuhause.

Netze um Fledermäuse zu fangen, nur unerfahrene Tiere oder die, die gerade Essen und damit nicht orten können, fangen sich in den Netzen. | Foto: Mirjam Preineder
  • Netze um Fledermäuse zu fangen, nur unerfahrene Tiere oder die, die gerade Essen und damit nicht orten können, fangen sich in den Netzen.
  • Foto: Mirjam Preineder
  • hochgeladen von Mirjam Preineder

Christine Schörkhuber, Leiterin vom Verein Symposion Lindabrunn, betont: "Kunst ist der Grund wieso das Gelände so gut erhalten ist. Ich bin überglücklich über die Zusammenarbeit mit der Gemeinde und dem LPV. Man erfährt hier ständig unfassbar viele Dinge."

Schafe für die Artenvielfalt

LPV Obfrau Irene Drozdowski stellt fest: "Wir freuen uns, dass sich so viele für die Natur am Symposion interessieren. Oft weiß man nicht, welche Naturschätze man vor der Haustür hat." Sie betont die wichtige Zusammenarbeit mit Schäferin Claudia Wolf, deren Schafe als Landschaftsgärtner mitarbeiten. Heuer hat sie es aufgrund der Trockenheit besonders schwer, weil fast kein Futter da ist.

Schafe fördern die Artenvielfalt. | Foto: Mirjam Preineder
  • Schafe fördern die Artenvielfalt.
  • Foto: Mirjam Preineder
  • hochgeladen von Mirjam Preineder

Früher waren die Flächen von Arbeitstieren beweidet, diese haben die Flächen offengehalten. Mit dem Ersatz durch Geräte sind viele Flächen verwaldet. Das Besondere am Symposion Lindabrunn ist das Relief, wodurch ein richtiges Lebensraummosaik vorhanden ist. Es gibt schattige Nordseiten und Mulden und sonnige Flecken.

Die offenen Steine sind in unserer Region eher selten. Die Kunstwerke bieten einen Lebensraum für Flechten und Tiere, wie die Smaragdeidechse und die Schlingnatter. Auch die Schwarze Mörtelbiene nutzt die kleinen Löcher der Mauer für ihre Nester.

Lebensraum Mauer und Stein. | Foto: Mirjam Preineder
  • Lebensraum Mauer und Stein.
  • Foto: Mirjam Preineder
  • hochgeladen von Mirjam Preineder

Die Artenvielfalt wird auch durch die zahlreichen Blüten erhalten, es beginnt im Frühling mit der Kuhschelle, und geht bis in den Herbst durch, auch wenn es anderswo braun ist. Aber für Insekten sind nicht nur die Blüten wichtig, sondern auch das Stehenlassen der Pflanzen im Herbst, viele brauchen die Pflanzensäfte oder die Verstecke.

Bei der Beweidung der Flächen wird mit einem genauen Managementplan gezielt geplant wann die Schafe wo sind. Sie wechseln etwa 15 bis 20-mal im Jahr ihren Platz. Das fördert auch die Gesundheit der Tiere, dadurch ist der Parasitendruck geringer, der am Trockenrasen sowieso schon niedriger ist. 

Schafe fördern die Artenvielfalt am Symosion Lindabrunn. | Foto: Mirjam Preineder
  • Schafe fördern die Artenvielfalt am Symosion Lindabrunn.
  • Foto: Mirjam Preineder
  • hochgeladen von Mirjam Preineder

Mistkäfer bringen ihren Dung in den Boden ein, so wird Kohlenstoff im Boden gespeichert. Ein Trockenrasen kann im Wurzelbereich so viel Kohlenstoff speichern wie ein Wald. Ein Boden mit den Röhren der Mistkäfer kann auch 85% mehr Wasser aufnehmen als eine gemähte Wiese.

Tiere am Trockenrasen entdecken

Drozdowski erklärt: "Alle merken heuer den Klimawandel, wir Biologen merken es früher. Es ist so wichtig, dass wir Biologen schauen, was ist da und was verschwindet." Sie begründet: "Wenn wir wissen, welche Arten da sind, wissen wir, was diese benötigen." So kann die Pflege der Flächen angepasst werden.

Exkursion am Trockenrasen mit Irene Drozdowski und Alexander Mrkvicka.  | Foto: Mirjam Preineder
  • Exkursion am Trockenrasen mit Irene Drozdowski und Alexander Mrkvicka.
  • Foto: Mirjam Preineder
  • hochgeladen von Mirjam Preineder

Im Herbst wurde die Rote Röhrenspinne entdeckt, man findet nur im Herbst die Männchen auf der Partnersuche. Auch die Quendelschnecke findet sich am Symposion, sie ist in NÖ selten. Wie andere Heideschnecken essen sie am liebsten Schafkot und profitieren von der Beweidung.

Quendelschnecken. | Foto: Mirjam Preineder

Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Erforschung der Schmetterlings- und Bienenarten. Mit einem Schmetterlingsexperten wurde in Österreich seltene "Gelbes Ordenband" gesichtet, die größeren Kiefernspinner fielen auf. Aber auch einige Schrecken, wie die Italienische Schönschrecke oder die Zweifarbige Beißschrecke ließen sich fangen.

Das in Österreich seltene "Gelbes Ordenband". | Foto: Mirjam Preineder
  • Das in Österreich seltene "Gelbes Ordenband".
  • Foto: Mirjam Preineder
  • hochgeladen von Mirjam Preineder

Mit einem bunten Programm für Kinder und Erwachsene geht es heute bis 18 Uhr gemeinsam mit den Experten weiter auf die Suche nach möglichst vielen Arten. Mit der frei zugänglichen und kostenlosen Forschungs-App iNaturalist können einfach Fotos der Tiere, Pflanzen und Pilze hochgeladen werden. Diese schlägt gleich vor, welches Tier oder welche Pflanze es sein könnte, Experten bestätigen die Identifizierung.

Das könnte dich auch interessieren:

Ferienspiel "Wasser Wunder Welt" begeistert Kinder
Internationale Nachwuchsmusiker begeistern bei der Eröffnung der Schubertiade
Ein fröhlicher Vormittag mit den Schafen im Naschgarten der Artenvielfalt
Anzeige
Die IG Windkraft sucht die spannendsten und kreativsten Fotos zum Thema regionale Windkraft.  | Foto: shutterstock.com/TlemeyMJ und Lukas Hirsch
3

Foto einreichen und gewinnen
Mit Windrad-Fotos aus Österreich noch bis 30.9. gewinnen

Im März startete die IG Windkraft gemeinsam mit Exklusiv-Partnerin Wien Energie und Medienpartner MeinBezirk den fünften österreichweiten Windkraft-Fotowettbewerb, der unter dem ÖVF-Patronat läuft. Unter dem Motto „Wind – Kraft der Regionen“ werden die spannendsten und kreativsten Fotos zum Thema regionale Windkraft gesucht. Der diesjährige Fotowettbewerb steht ganz im Zeichen der Regionen, Gemeinden und Menschen, wünschenswert ist ein starker Österreich-Bezug mit viel Lokalkolorit, vom...

Du möchtest kommentieren?

Du möchtest zur Diskussion beitragen? Melde Dich an, um Kommentare zu verfassen.

UP TO DATE BLEIBEN

Aktuelle Nachrichten aus Niederösterreich auf MeinBezirk.at/Niederösterreich

Neuigkeiten aus Niederösterreich als Push-Nachricht direkt aufs Handy

Bezirksblätter auf Facebook: MeinBezirk.at/Niederösterreich

ePaper jetzt gleich digital durchblättern

Storys aus Niederösterreich und coole Gewinnspiele im wöchentlichen MeinBezirk.at-Newsletter


Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Karte einbetten

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Code einbetten

Funktionalität des eingebetteten Codes ohne Gewähr. Bitte Einbettungen für Video, Social, Link und Maps mit dem vom System vorgesehenen Einbettungsfuntkionen vornehmen.
Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Foto des Tages einbetten

Abbrechen

Veranstaltung oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Du möchtest selbst beitragen?

Melde dich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.