14.11.2016, 12:51 Uhr

"Die Wendy ist meine Traumrolle"

Im Interview mit Gabriela Stockmann: Conny Mooswalder (23) spielt ab 19. November im Stadttheater der Bühne Baden die weibliche Titelrolle im Familienmusical "Peter Pan". Regisseur ist Gernot Kranner, einer der ersten Lehrer von Conny Mooswalder.

Der träumerische Peter Pan, das ewige Kind, und die vernünftige Wendy, die erwachsen werden will – eine Liebesgeschichte, die nicht gut ausgehen kann?
Conny Mooswalder: Das glaube ich nicht. Ich bin zum Beispiel heute mit 23 kindlicher als mein etwas älterer Freund und wenn er allzu vernünftig tut, hole ich ihn da raus. Umgekehrt ist es auch so. Insofern passt das. Man muss sich eben ergänzen wollen. Ansonsten glaube ich nicht, dass Peter Pan eine richtige Liebesgeschichte ist, eher die Geschichte einer Faszination. Die Wendy geht mit Peter ins Nimmerland, weil sie Angst vor dem Erwachsenwerden hat. Später entscheidet sie sich aber doch fürs Erwachsen-Werden. Mädchen sind mit ca. 13 oft schon weiter auf diesem Weg als gleichaltrige Buben. Ich sehe das an meiner kleinen Schwester, die 13 ist, und an meinem älteren Bruder, der manchmal kindlicher ist als sie.

Sie spielen ja die vernünftige Wendy. Wie vernünftig sind Sie überhaupt, jetzt wo Sie sich eigentlich in Ihrer Beziehung als die kindlichere geoutet haben? Als „Heldin von morgen“ - brauchte man damals mehr Vernunft oder mehr Traum? Wieviel Vernunft und wieviel Traum braucht man zur Karriere?
Wenn man einen künstlerischen Beruf anstrebt, braucht man beides in sich – den Traum und die Disziplin. Nachdem ich mit 17 die ORF-Show „Helden von morgen“ gewonnen hatte, habe ich trotzdem die Matura nachgemacht. Weil ich auch weiß, dass ein künstlerischer Beruf seine Tücken hat.

Einer Ihrer ersten Lehrer war ja Gernot Kranner in seiner Musicalakademie in Fohnsdorf. Wie ist es, jetzt unter seiner Regie den „Peter Pan“ zu proben und zu spielen?
Er ist ein einfühlsamer Regisseur. Wie damals gibt er mir auch heute nie das Gefühl, etwas schlecht gemacht zu haben. Er ist einfach wunderbar für Kinder, für alle.

Am 19. November ist im Stadttheater Baden Premiere von „Peter Pan“ - und wird dann bis Jänner gespielt. Wie ist es für Kinder zu spielen?
Seeeehr interessant. Ich habe schon einmal die Erfahrung gemacht, im Raimundtheater Wien mit „Der größte Schatz“. Im Publikum saßen damals nur Kinder. Das Schöne ist, dass Kinder nicht wie vorprogrammiert auf Gags reagieren, sie klatschen nicht aus Höflichkeit, sondern wenn sie ehrlich begeistert sind. Und jede Vorstellung verläuft ein wenig anders.

Wie vereinbaren Sie Ihr Studium am Konservatorium Wien (MUK) mit dem Schauspielalltag in Baden?
Da kommt der Vernunftmensch in mir wieder hoch. Montag, wenn wir in Baden keine Proben haben, hole ich nach, was ich an der Uni versäumt habe. Diese Arbeit an mir selber ist mir schon sehr wichtig. Ansonsten wird noch bis zur Premiere von Dienstag bis Samstag von 10 bis 18 Uhr geprobt.

Kannten Sie Peter Pan schon?
Oh ja. 2003 ist der Film erschienen, ich war 10 Jahre alt und hab mich voll in den Peter Pan verknallt. Deshalb wollte ich unbedingt einmal die Wendy spielen. Auch ein Traum, auf den ich dann diszipliniert hingearbeitet habe.

(Interview: Gabriela Stockmann)


Zur Sache

Gernot Kranners Musicalakademie in Fohnsdorf besteht seit 10 Jahren. Neben Conny Mooswalder sind in "Peter Pan" auch sechs andere junge Talente von dort in Baden zu sehen - die "verlorenen Kinder".
Conny Mooswalder weiß, seit sie mit 10 "Jesus Christ Superstar" gesehen hat, dass sie Musicalstar werden will. Nächstes Jahr schließt sie ihre Ausbildung am MUK Wien ab. Sie spielte u. a. schon in "Das weiße Rössl", "Mammamia" und "Alice im Wunderland".
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