03.10.2016, 09:08 Uhr

Ausstellung über Braunauer Serben in der Herzogsburg

Neugierig wurden von den Gästen die zahlreichen Ausstellungsgegenstände und Dokumente betrachtet.
BRAUNAU (gei). Großes Interesse herrschte am Freitagabend bei der offiziellen Eröffnung der Sonderausstellung "Braunauer Serben – 100 Jahre" in der Herzogsburg. Mit umfangreichen Ausstellungsstücken gibt die Ausstellung Einblicke in die 100-jährige Geschichte der Serben in Braunau. Dabei wird auch auf die religiöse und kulturelle Gemeinschaft in Braunau und der Region durch die Serben hingewiesen. Organisator und Kulturreferent Zoran Šijaković vom Kulturverein DANICA-AUSTRIA freute sich bei der Eröffnung über die große Resonanz. Neben zahlreichem Bildmaterial, Dokumenten und Ausstellungsstücken wird anhand von Beispielen auf die lange Geschichte der Serben in der Region hingewiesen. Etwa anhand detaillierter Personen-Recherchen, die sich bis zum Ersten Weltkrieg zurückverfolgen lassen.

Bürgermeister Johannes Waidbacher erinnerte in seiner Begrüßung daran, dass es ein weitverbreiteter Irrglaube sei, dass die ersten Serben als Gastarbeiter aus dem damaligen Jugoslawien Anfang der 1960er-Jahre nach Braunau zuwanderten. "Schon vor Jahrhunderten kamen Serben nach Österreich und prägten die Geschichte", so Waidbacher, der auch an die Türkenbelagerung Wiens im Jahr 1683 erinnerte, als sich der Serbe Djordje Mihajlovic als Verteidiger der Kaiserstadt besonders verdient machte.

Als Laudatoren konnten Wolfgang Rohrbach und Gordana Ilić Marković gewonnen werden. In ihrer Rede schilderte Marković die Geschichte der Serben im und nach dem Ersten Weltkrieg. Hierbei forderte sie auch auf, alte Feindbilder aufzugeben. Professor Rohrbach gliederte seine Laudatio in einen kulturhistorischen, integrationsorientierten und in einen künstlerischen Teil.

Als kleine Besonderheit gab es zuvor noch eine Videobegrüßung zur Ausstellung, durch Österreichs Außenminister Sebastian Kurz.

Die musikalische Untermalung übernahmen Zithervirtuose Wilfried Scharf und Opernsänger Nenad Marinković. Die Ausstellung ist noch bis 29. Oktober in der Herzogsburg zu sehen. Öffnungszeiten: Dienstag bis Samstag, von 13.30 bis 17 Uhr.

Text & Fotos: Walter Geiring
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