OMV Raffinerie
PFAS-Belastung im Grundwasser bei Schwechat festgestellt
- In Mannswörth wurden erhöhte PFAS-Werte im Grundwasser rund um die OMV-Raffinerie festgestellt.
- Foto: APA-Images / APA / HELMUT FOHRINGER
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In Mannswörth im Bezirk Bruck an der Leitha wurden erhöhte Werte sogenannter Ewigkeitschemikalien im Grundwasser festgestellt.
MANNSWÖRTH. Dabei handelt es sich um Per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen (PFAS), die laut aktuellen Erkenntnissen von PFAS-haltigem Löschschaum stammen dürften, der über Jahrzehnte bei Feuerwehrübungen auf dem Gelände der OMV-Raffinerie Schwechat eingesetzt wurde.
Betroffen ist ein Gebiet nördlich der Raffinerie rund um die Katastralgemeinde Mannswörth. Viele Bewohnerinnen und Bewohner nutzen dort neben dem öffentlichen Trinkwassernetz auch private Hausbrunnen. Laut OMV und Stadtgemeinde Schwechat ist das öffentliche Trinkwassernetz nicht belastet.
Auf der Website der von der OMV eingerichteten Ombudsstelle wird dennoch vorsorglich empfohlen, das betroffene Grundwasser derzeit nicht als Trinkwasser sowie nicht für Gartenbewässerung, Poolbefüllung, Tierhaltung oder Fischzucht zu verwenden.
- Mehrere private Hausbrunnen in Mannswörth weisen erhöhte PFAS-Werte über dem EU-Grenzwert auf.
- Foto: Smarterpix/javierglezphoto
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Hausbrunnen betroffen und Grenzwerte überschritten
Die genaue Zahl der betroffenen Hausbrunnen ist derzeit nicht bekannt, da private Brunnen nicht meldepflichtig sind. Die OMV und die Stadtgemeinde Schwechat informieren die Haushalte im betroffenen Gebiet schriftlich über die Situation. Personen, bei denen bereits Messungen durchgeführt wurden, seien laut Bürgermeisterin Karin Baier persönlich verständigt worden.
Die gemessenen Werte liegen teilweise deutlich über dem seit Jänner geltenden EU-Grenzwert. In einzelnen Brunnen wurden bis zu 0,3 Mikrogramm PFAS pro Liter festgestellt – das entspricht dem Dreifachen des erlaubten Grenzwertes. Andere Messungen zeigten Überschreitungen von etwa zehn bis 15 Prozent. Weitere Untersuchungen sollen nun klären, wie weit sich die Belastung ausgedehnt hat und ob sich die Werte verändern.
Die OMV erklärte, dass erstmals im April 2025 außerhalb des Raffineriegeländes Werte über 100 Nanogramm pro Liter festgestellt worden seien. Nach weiteren Untersuchungen im Juni 2025 seien zusätzliche Maßnahmen eingeleitet und die Ergebnisse im Dezember 2025 den Behörden vorgestellt worden.
- Umweltorganisationen fordern umfassende Aufklärung und strengere Maßnahmen im Umgang mit PFAS-Belastungen.
- Foto: PantherMedia/artgf (YAYMicro)
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Gesundheitsfragen, Sanierung und Forderungen nach Aufklärung
PFAS gelten als besonders problematisch, da sie in der Umwelt kaum abgebaut werden und sich langfristig in Boden, Wasser sowie Organismen anreichern können. Laut Experten bestehe zwar keine akute Gesundheitsgefährdung, erhöhte Belastungen würden jedoch kritisch bewertet, da die EU-Grenzwerte auf eine lebenslange Aufnahme ausgelegt sind.
Die OMV kündigte an, ihr Sicherungssystem zu erweitern, um PFAS künftig vollständig aus dem Wasser entfernen zu können und eine weitere Ausbreitung einzudämmen.
Auch Umweltorganisationen reagieren mit deutlicher Kritik. Greenpeace fordert eine „lückenlose Aufklärung“ sowie ein österreichweites Monitoring belasteter Böden und Gewässer. Zusätzlich wird ein öffentliches PFAS-Register und ein rasches EU-weites Verbot dieser Stoffe verlangt. Zudem sollen Industrieanlagen und Flughäfen systematisch auf mögliche Belastungen untersucht werden.
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