03.10.2017, 23:19 Uhr

Großeinsatz gegen Schlepper

Fahrzeuge und Insassen wurden genau überprüft.

In einer länderübergreifenden Schwerpunktkontrolle wurden verdächtige Fahrzeuge an der A4 kontrolliert.

BEZIRK. Die Mittelmeerroute ist für illegale Migranten mittlerweile nicht mehr "sicher" genug, die Flüchtlingsströme verlagerten sich in den letzten Wochen an das Schwarze Meer mit der Route über Rumänien und Ungarn nach Österreich und Deutschland. Auch die österreichische Polizei kämpft gegen Menschenschmuggler und illegale Migration. In regelmäßigen Abständen finden Schwerpunktkontrollen zu "Illegaler Migration" statt. Vergangene Woche, in der Nacht von Donnerstag auf Freitag, durften die Bezirksblätter bei einer großangelegten Aktion am Ostautobahn A4-Verkehrskontrollplatz Bruck an der Leitha exklusiv dabei sein.

Länderübergreifende Aktion

Als um Mitternacht der Wecker klingelt kann man sich nur ansatzweise vorstellen wie es den Beamten gehen muss, für die diese Arbeitszeiten normal sind. Es heißt warm anziehen, Temperaturen um fünf Grad werden erwartet. Am Weg zum vereinbarten Treffpunkt, und rund zwei Stunden vor Start der eigentlichen Aktion, stehen die ersten Polizeiautos bereits an neuralgischen Punkten, und das von der Staatsgrenze zur Slowakei und Ungarn bis nach Wien. Es wird nichts dem Zufall überlassen. Um 1.15 Uhr treffen wir auf die Beamten die gerade Einsatzbesprechung abhalten, anschließend gehts über die A4 zum Verkehrskontrollplatz, wo sich rund 50 Exekutivbeamte aus dem gesamten Niederösterreich einfinden, uniformiert und zivil.

Startschuss zwei Uhr früh

Punkt zwei Uhr früh erfolgt der Startschuss mit der Anweisung am A4-Überkopfwegweiser, dass Kleintransporter, Vans, Busse und Klein-Lkw über den Verkehrsplatz gelotst und kontrolliert werden. Binnen kürzester Zeit füllt sich der Kontrollplatz mit fraglichen Fahrzeugen verschiedenster Nationalitäten. Die Reisenden kommen aus Ungarn, Rumänien, Bulgarien, Serbien, der Slowakei und sogar der Ukraine. Kontrolliert werden sowohl Fahrzeuge als auch deren Insassen. Die Ausweise aller Reisenden, sogar ein Säugling ist dabei, werden kontrolliert und im "Schengener Informationssystem SIS" eingegeben um zu prüfen, ob gegen die betreffende Person etwas vorliegt. Insgesamt wurden bis 6 Uhr früh 539 Personen kontrolliert, Schlepper oder illegale Migranten wurden nicht aufgegriffen.

Kampf den Menschenhändlern

Das Kommando hatte bei dieser Schwerpunktaktion das Landeskriminalamt NÖ, Ermittlungsbereich Menschenhandel, unter der Leitung von Chefinspektor Wolfgang Kunter. "Im Bereich des Schlepperwesens wird unsererseits auf die Ostautobahn A4 besonderes Augenmerk gelegt. Wichtig ist aber ebenso, dass die Bevölkerung sensibilisiert wird. Verdächtige Beobachtungen immer unverzüglich der Polizei melden, Kennzeichen notieren und, falls möglich, Fotos anfertigen", so Kunter, der auf die erst kürzlich vom Innenministerium initiierte Aktion "Gemeinsam.Sicher" verweist und resümiert, dass "die Mitarbeit der Bevölkerung auch dank solcher Initiativen immer besser funktioniert und die Personen allgemein immer wachsamer werden."
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