Nachbarschaftshilfe Plus
Sieben burgenländische Gemeinden bleiben dabei
- Nachbarschaftshilfe Plus geht kommendes Jahr weiter – ohne Landesförderung und mit weniger Gemeinden.
- Foto: Nachbarschaftshilfe Plus
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Dem Sozialprojekt Nachbarschaftshilfe Plus wird ab kommendem Jahr die Finanzierung durchs Land Burgenland gestrichen. Stattdessen sollen Pflegestützpunkte übernehmen. Dennoch bleibt das Projekt bestehen – wenn auch ohne Förderungen und in weniger Gemeinden.
BURGENLAND. Ende Mai erklärte Soziallandesrat Leonhard Schneemann überraschend, das Projekt "Nachbarschaftshilfe Plus" werde ab kommendem Jahr nicht mehr durch Landesförderungen unterstützt. Gleichzeitig versprach er jedoch schnelle Abhilfe: Pflegestützpunkte sollen die Lücke im Pflegesystem Burgenland, nach Abgang der Nachbarschaftshilfe, füllen.
- Die Nachbarschaftshilfe Plus im Burgenland bot unter anderem sogenannte Begleitdienste.
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Einige Gemeinden im Burgenland sehen hier jedoch die Gefahr einer Versorgungslücke. Während also zwölf Gemeinden aus dem Projekt der Nachbarschaftshilfe aussteigen, bleiben sieben Gemeinden auch im kommenden Jahr dabei.
Gestrichene Förderungen und Versorgungslücke
Nach Ankündigung der Kürzung der Landesförderungen wurden 19 Gemeinden im Burgenland vor die Wahl gestellt: Gehen oder bleiben? Eine Zusage für eine Bundesförderung liegt vor, doch ohne Landesfinanzierung müssen die sieben Gemeinden, die auch kommendes Jahr beim Projekt dabei bleiben, tief in die Tasche greifen.
"Ich bin davon überzeugt, dass dieses Projekt für unsere Klienten, Klientinnen und Ehrenamtlichen nur positive Aspekte hat. Das haben mir auch viele Betroffene persönlich mitgeteilt. Solange es daher für unsere Gemeinde irgendwie finanziell vertretbar ist, werde ich das Angebot von Nachbarschaftshilfe Plus sicher weiterbetreiben."
Martin Csebits, Bürgermeister Mischendorf
- Geschäftsführerin der Nachbarschaftshilfe Plus sieht eine potenzielle Versorgungslücke im Burgenland.
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Mischendorfer Bürgermeister Csebits bezweifelt weiter, dass das Pflegestützpunkt-System wirklich zeit- und bedarfsgerecht bei gleichbleibender Qualität vom Land umgesetzt werden kann. Geschäftsführerin von "Nachbarschaftshilfe Plus" Astrid Rainer erklärt in diesem Zusammenhang, es wäre besser gewesen, man hätte die Co-Finanzierung der zwei Projekte noch ein Jahr laufen lassen. Wenn das Projekt Pflegestützpunkte flächendeckend im Burgenland angelaufen wäre, hätte man schließlich "Nachbarschaftshilfe Plus" auslaufen lassen können.
"Das wurde seitens Landesrat Dr. Schneemann leider abgelehnt.So wie es aktuell aussieht, befürchten wir, dass zu Jahresbeginn vielleicht in einer Pilotgemeinde ein Angebot da sein wird und in den restlichen Gemeinden erst schrittweise in den nächsten Jahren. Die Menschen, die dann in Ausstiegsgemeinden leben und nicht in der Pilotgemeinde, schauen ab Jänner 2026 durch die Finger."
Astrid Rainer, Geschäftsführerin von "Nachbarschaftshilfe Plus"
Rainer und die "Nachbarschaftshilfe Plus" halten jedenfalls die Hand ausgestreckt. Sollte Interesse vonseiten der Sozialen Dienste Burgenland bestehen, sei man gerne bereit, Expertise und Erfahrung zu teilen und weiterzugeben. Die "Nachbarschaftshilfe Plus" leistet seit Gründung soziale Dienste im Burgenland, damit (meist ältere) Personen, die nicht pflegebedürftig sind, möglichst lange selbständig zu Hause leben können. Dabei unterstützen Ehrenamtliche beim Einkauf und anderen alltäglichen Tätigkeiten. Das Sozialprojekt leistet keine pflegerischen Tätigkeiten, während die Pflegestützpunkte diese Dienstleistung bieten und die Nachbarschaftshilfe ersetzen soll. Dadurch könnte also eine "Versorgungslücke" entstehen.
"Nachbarschaftshilfe Plus": Wer geht und wer bleibt?
19 Gemeinden standen also vor der Wahl: Hop oder Top? Lackenbach, Stoob, Kobersdorf, Markt Allhau, Mischendorf, Loipersdorf-Kitzladen und Pinkafeld entschieden sich auch im kommenden Jahr am Sozialprojekt "Nachbarschaftshilfe Plus" zu beteiligen.
Ausgestiegen sind die zwölf Gemeinden Wallern, Tadten, Eisenstadt, Hirm, Zillingtal, Piringsdorf, Steinberg-Dörfl, Unterfrauenhaid, Lackendorf, Horitschon, Draßmarkt, Wolfau.
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