Für den Ernstfall
Stresstest für Einsatzkräfte bei Großübung im Tunnel Kaisermühlen
- Einsatzkräfte simulierten in der Nacht einen schweren Unfall im Kaisermühlentunnel.
- Foto: Andreas Pölzl/Meinbezirk
- hochgeladen von Michael Marbacher
Während der jüngsten nächtlichen Sperre des Tunnels Kaisermühlen wurde ein großer Auffahrunfall nachgestellt. Dieser galt als Großübung für alle Blaulichtorganisationen, um für den Ernstfall gewappnet zu sein. MeinBezirk war vor Ort und konnte sich ansehen, wie bei einem möglichst realistischen Unfall gehandelt wird.
WIEN/DONAUSTADT. Im Tunnel Kaisermühlen ist das Licht ausgefallen. Sechs Autos sind in einen Auffahrunfall verwickelt. Blutige Verletzte laufen auf der Fahrbahn umher und rufen nach Hilfe. Andere sind in ihren Autos eingesperrt und klopfen verzweifelt auf ihre Autoscheiben. Zwei Verletzte liegen eingeklemmt unter einem Auto, welches verkehrt auf der Fahrbahn liegt.
Was wie ein Horrorszenario klingt, hat sich so in der Nacht auf Donnerstag, 30. Juli, im Kaisermühlentunnel abgespielt. Glücklicherweise hat es sich nur um eine Übung gehandelt, denn im Ernstfall muss es schnell gehen.
Damit Einsatzkräfte bei größeren Verkehrsunfällen genau wissen, was zu tun ist, findet alle vier Jahre eine große Einsatzübung statt, bei der alle Wiener Blaulichtorganisationen mitmachen. Der Tunnel Kaisermühlen auf der A22 wurde gesperrt und zum Schauplatz eines möglichst realistischen Verkehrsunfalls umgebaut.
Solche Übungen sind seit 2006 im Straßentunnel-Sicherheitsgesetz (STSG) gesetzlich vorgeschrieben. Diese müssen bei jedem Tunnel über 500 Meter umgesetzt werden. Die Asfinag unterstützt die Blaulichtorganisationen bei der Übung.
Möglichst realistischer Ablauf
Von Polizei bis Berufsrettung, Feuerwehr und Johanniter waren diverse Organisationen dabei. Etwa 250 Einsatzkräfte waren Teil des Geschehens. Das oberste Gebot ist ein möglichst hoher Realismus, weshalb vor der Veranstaltung Statistinnen und Statisten geschminkt und vorbereitet wurden, weil sie gewisse Rollen einnehmen.
- Was nach einem Horror-Unfall aussieht, ist glücklicherweise nur eine Übung.
- Foto: Michael Marbacher/MeinBezirk
- hochgeladen von Michael Marbacher
Gegen 22 Uhr wurde der Tunnel für den regulären Verkehr gesperrt. Statistinnen und Statisten wurden zum Einsatzort gebracht und bekamen Anweisungen, wie sie sich zu verhalten haben. Bereits demolierte Fahrzeuge wurden ebenfalls im Tunnel in Stellung gebracht. In der Autobahnmeisterei Kaisermühlen wurden die Einsatzkräfte eingewiesen.
Bevor es allerdings für alle losgehen konnte, gab es noch eine weitere Übungsmöglichkeit für die Einsatzkräfte: Während der Sperre des Tunnels hat tatsächlich ein regulärer Verkehrsteilnehmer eine Autopanne gehabt und musste zuerst aus dem Tunnel herausgebracht werden. Die Übung verzögerte sich zwar, dem Ablauf schadete dieser Zwischenfall allerdings nicht.
Stresstest für die Einsatzkräfte
Am Einsatzort waren einige der Darstellerinnen und Darsteller leichter verletzt und haben die Aufgabe, den Einsatzkräften möglichst panisch zu begegnen. Andere spielen Schwerstverletzte, sind unter Fahrzeugen eingeklemmt oder befinden sich in Autos, die von der Feuerwehr aufgeschlossen werden müssen. Die Einsatzkräfte wissen vor dem Einsatz nicht genau, was sie erwarten können. Auf die Art des Einsatzes haben sie im Vorhinein aber Einfluss. So können etwa Unfälle gewählt werden, bei denen neues Equipment der Feuerwehr getestet werden kann.
- Der Unfall wurde so realistisch dargestellt wie möglich.
- hochgeladen von Michael Marbacher
"Dieses Jahr haben wir einen Auffahrunfall mit sechs Fahrzeugen. Vor vier Jahren war es ein umgestürzter Bus mit Brandentwicklung", erzählt Andreas Steindl, Pressesprecher von der Asfinag. Die Schwierigkeit in diesem Jahr war, dass zusätzlich zum Unfall das Licht im Tunnel ausgefallen ist.
Nicole Reeh, Übungsleiterin bei der Asfinag, war für die Koordination zuständig und dafür verantwortlich und hatte ein genaues Auge über den Ablauf. Nach Ende der Übung wurde Bilanz gezogen. "Was hat gut geklappt, wo kann man was dazulernen. Das alles sind Dinge, die wir uns heute anschauen", so Reeh abschließend.
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