Automobilwirtschaft: Eine Leitbranche fordert Anerkennung und Umdenken

Forum Mobilität.Freiheit.Umwelt: Gründungsmitglieder  Burkhard Ernst (l.), Bundesgremialobmann des Fahrzeughandels in der WKO, und Felix Clary, Sprecher des Verbandes der Automobilimporteure in der Industriellenvereinigung. | Foto: Forum MFU
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  • Forum Mobilität.Freiheit.Umwelt: Gründungsmitglieder Burkhard Ernst (l.), Bundesgremialobmann des Fahrzeughandels in der WKO, und Felix Clary, Sprecher des Verbandes der Automobilimporteure in der Industriellenvereinigung.
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Jeder neunte Arbeitsplatz in Österreich hängt vom Auto ab. Die Umsatzerlöse aus Produktion, Handel und Reparatur betragen 43 Milliarden Euro. Im Forum Mobilität.Freiheit.Umwelt schließen sich Interessensvertretungen aus dem automotiven Sektor zusammen, um gesellschaftliches Bewußtsein für individuelle Mobilität zu schaffen und gemeinsam Forderungen an die Politik zu stellen: Vereinfachung der NoVA und Vorabzugsteuer für alle betrieblich genutzen Fahrzeuge zählen zu den ersten Forderungen des MFU.

WIEN (was). Die Automobilwirtschaft in Österreich beschäftigt direkt oder indirekt 450.000 Personen. Jeder neunte in Österreich erwirtschaftete Euro ist laut der Studie des Economica Institut für Wirtschaftsforschung auf die Automobilwirtschaft rückführbar. Die Exportquote liegt bei 90 Prozent.

Und wie zukunftsträchtig diese Leitbranche ist, soll ihre Innvationskraft belegen. Die Erfinderdichte ist mit durchschnittlich 200 Patentanmeldungen pro Jahr doppelt so hoch wie der europäische Durchschnitt. Gerade innovative Themen wie Hybridsysteme und Elektromotoren bilden die stärksten Patentkategorien. Die Verbesserung von Verbrennungsmotoren nimmt den dritten Platz ein.

Auch die Dynamik bei Patentanmeldungen vor allem nach der Automobilkrise lässt aufhorchen: Ab 2009 stieg die Zahl der Patentanmeldungen mit Erfindern in Österreich wesentlich früher und stärker als im weltweiten Durchschnitt."

Forum Mobilität.Freiheit.Umwelt. will starke Stimme für Fahrzeugwirtschaft sein

Präsentiert wurde die Zahlen und Fakten rund um die Stärke der österreichischen Automobilwirtschaft bei der Kick-off-Veranstaltung des neu gegründeten Forums Mobiltät.Freiheit.Umwelt. in Wien. Der Zusammenschluss von von Interessensvertretungen aus dem automotiven Sektor wurde vom Arbeitskreis der Automobilimporteure in der Industriellenvereinigung und dem Bundesgremium des Fahrzeughandels in der Wirtschaftskammer gegründet.

"Mehr gesellschaftspolitische Akzeptanz" erwartet sich Burkhard Ernst, Bundesgremialobmann des Fahrzeughandels in der Wirtschaftskammer, von der Lobby-Arbeit des Forums. Das Auto sei nach wie vor die zweitwichtigste Anschaffung nach dem Eigenheim und ein sehr emotionales Thema. Autos sollten nicht primär als Umweltverpester kritisiert werden, verteidigt er die Sparte und führt die Relevanz der Leitbranche für Wertschöpfung und Beschäftigung ins Rennen. Er verwies auf die Steuerleistung, die rund 15 Milliarden jahrlich beträgt. Zudem sei die Fahrzeugindustrie enorm an der Verbesserung der Umweltverträglichkeit interessiert.

Wunsch nach einer österreichischen Merkel wurde laut

Felix Clary, Sprecher des Arbeitskreises der Automobilimporteure in der Industriellenvereinigung, formulierte erste klare Forderungen an die neue Regierung. Denn nicht nur eine Bekenntnis zur individuellen Automobilität sollte die österreichische Politik einbringen und hinter der Branche, die in Österreich die zweitstärkste nach dem Tourismus darstellt, stehen wie die deutsche Kanzlerin Angela Merkel.

Clary kritisierte die teure und komplizierte Abwicklung der Normverbrauchsabgabe. Das MFU plädiert für eine aufkommensneutrale Reform, bei der Verwaltungskosten reduziert, die Berechung vereinfacht und ökologische Aspekte stärker berücksichtigt würden.

Kritik an NoVA und Steuer

Außerdem sollen alle betrieblich genutzten Fahrzeuge als vorsteuerabzugsberechtigte Investition gelten. Ein Anreiz in neue technisch und ökologische Standards zu investieren würde damit geschaffen.

Das Forum fordert die Anhebung der sogenannten Luxustangente auf 50.000 Euro. Derzeit werden als Anschaffungskosten bei Pkw nur maximal 40.000 Euro anerkannt.

Krisenszenarien Abwanderung und Händlersterben

Eine Verbesserung des prognostizierten 1,3 Prozent Wirtschaftswachstum auf bis zu zwei Prozent könne nur durch einen investitionsgetragenen Aufschwung erreicht werden, so die Experten. Neben der hohen Exportabhängigkeit seien die Rahmenbedingungen bei Forschung & Entwicklung maßgeblich. Auch wenn Produktionsstätten in Schwellenländer verlegt werden, kann eine Schwerpunktsetzung auf hochwertschöpfende Innovationen für Stabilität und Wachstum im Land sorgen, erklärte Christian Helmenstein vom Economica Institut für Wirtschaftsforschung.

Veränderungen bei Autohäusern seien nicht zuletzt aufgrund des starken Online-Handels zu erwarten. Österreich stehe aber nicht so negativ da, so Clary. Auch wenn 2013 für den heimischen Autohandel kein Bestjahr werde, könne man auf eine geringe Volatilität setzen. Der inländische Automarkt sei stabil.

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