Weinlese 2026
Klimawandel und Markt fordern Winzer, doch der Wein wird top
- Herbert Oschep, Obmann Wein Burgenland, Landwirtschaftskammer-Präsident Nikolaus Berlakovich, Kammerrätin und Winzerin Anna Reichardt und Andreas Liegenfeld, Präsident des Weinbauverbandes Burgenland beim gemeinsamen Pressegespräch im Weingut Reichardt in Donnerskirchen.
- Foto: MeinBezirk/Barbara Babonitsch-Diewald
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Am Mittwoch luden Vertreter der Landwirtschaftskammer Burgenland und der burgenländische Weinwirtschaft zum Austausch über die heurige Weinernte - anlässlich der Weinlesereise 2026 - ins Weingut der Winzerfamilie Reichardt nach Donnerskirchen. Das Fazit: Aufgrund von Hitze und Trockenheit wird mit rund 30 Prozent weniger Ertrag gerechnet, die Qualität des Jahrgangs wird jedoch als hervorragend beurteilt.
DONNERSKIRCHEN. Das Burgenland zählt mit rund 2.400 Weinbaubetrieben zu den wichtigsten Weinbauregionen Österreichs. Für die Winzerinnen und Winzer bringt die heurige Lese jedoch besondere Herausforderungen mit sich: Extreme Hitze und anhaltende Trockenheit haben die Erntemenge deutlich verringert. Derzeit wird mit rund 30 Prozent weniger Ertrag als im Vorjahr gerechnet. Gleichzeitig gibt es aber Grund zur Zuversicht: Die Beeren sind aufgrund der schwierigen Witterungsbedingungen kleiner, weisen dadurch aber eine hohe Konzentration auf. Die Qualität der Trauben wird nach derzeitiger Einschätzung als hervorragend beurteilt. Die Weinwirtschaft erwartet einen sehr konzentrierten, aromatischen und lagerfähigen Jahrgang.
- Liegenfeld: "Die Witterung hat zwar zu kleineren Beeren und damit zu weniger Menge geführt, gleichzeitig hatten wir aufgrund der trockenen Bedingungen sehr gesunde Trauben."
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Schöner, fruchtbetonter Jahrgang
Die Auswirkungen von Hitze und Trockenheit fielen je nach Rebsorte sehr unterschiedlich aus, so Andreas Liegenfeld, Präsident des Weinbauvereins Burgenland: "Während sich die roten Beeren wie Blaufränkisch, Zweigelt und Cabernet Sauvignon als besonders robust erwiesen, und gut mit der Hitze umgehend konnten, verzeichnet etwa der Welschriesling deutliche Einbußen durch die extremen Witterungsbedingungen."
Besonders positiv zu erwähnen sei laut Liegenfeld die Aromatik der ersten Moste: "Die Moste zeigen sich heuer überraschend fruchtig und aromatisch. Nach dem, was wir derzeit sehen, können sich die Konsumentinnen und Konsumenten auf einen sehr schönen, fruchtbetonten Jahrgang freuen."
- "Wir erwarten einen sehr konzentrierten, aromatischen und lagerfähigen Jahrgang", so der allgemeine Tenor.
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Steigende Belastungen für die Winzer
Die wirtschaftliche Situation der Betriebe dürfe laut Nikolaus Berlakobich, Präsident der burgenländischen Landwirtschaftskammer, nicht aus dem Blick geraten: "Unsere Winzer investieren das ganze Jahr über viel Arbeit, Kapital und Know-how. Wenn dann aufgrund von Trockenheit und Hitze ein erheblicher Teil der Ernte wegfällt, während die Kosten weiterlaufen, wird die wirtschaftliche Situation entsprechend schwieriger. Die Betriebe können die Folgen des Klimawandels, steigender Kosten und eines schwieriger werdenden Marktes nicht allein abfedern.“ Eine zusätzliche große Sorge der Winzerinnen und Winzer sei derzeit die Amerikanische Rebzikade und die Gefahr einer weiteren Ausbreitung der Goldgelben Vergilbung. „Hier müssen wir gemeinsam alles daransetzen, dass aus einer großen Sorge kein noch größeres Problem für unseren Weinbau wird."
Marktsituation als zentrale Herausforderung
"Wir haben ausgezeichnete Weine, aber der Markt ist schwieriger geworden", äußert sich Herbert Oschep, Obmann von Weinburgenland, kritisch: "Die Konsumentinnen und Konsumenten trinken bewusster und insgesamt verändert sich der Weinkonsum. Gleichzeitig gibt es international mehr Angebot als Nachfrage.“ Die Branche müsse stärker auf Vermarktung und Wertschöpfung setzen: "Die Zeit des Weinverteilens ist vorbei, jetzt geht es um das Verkaufen. Wir müssen unseren Wein noch stärker als Qualitätsprodukt positionieren und den Konsumentinnen und Konsumenten vermitteln, warum heimischer Wein seinen Preis wert ist.“
Zuversicht für den Jahrgang
Trotz der schwierigen Bedingungen zeigen sich die Vertreter der Weinwirtschaft optimistisch. Zwar falle die Erntemenge heuer geringer aus, die Qualität der Trauben werde jedoch als sehr vielversprechend eingeschätzt. „Wir ernten heuer weniger, rechnen aber mit Weinen von hervorragender Qualität."
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