24.01.2018, 13:05 Uhr

Caritas erinnert an vergessene Kinder und bittet um Spenden

Im Caritas-Kinderzentrum "Rotkäppchen" in der Ukraine bekommen Kinder eine Lernhilfe, Verpflegung und psychologische Unterstützung. (Foto: Jork Weismann)

Die Hilfsorganisation bittet Burgenländer um Spenden für osteuropäische Kinder in Not und Armut

EISENSTADT (ft). 26 Millionen Kinder sind in Europa von Armut betroffen. Besonders prekär ist die Lage in Osteuropa: 2,5 Millionen Kinder können dort keine Schule besuchen. Für die Caritas Burgenland ist vor allem Bildung der entscheidende Schritt aus der Armut. "Durch Bildung gelingt es ganzen Familien, den Kreislauf der Armut zu druchbrechen", sagt Caritas Direktorin Edith Pinter. Um wirklich helfen zu können, brauche es jedoch Spenden.

"Kinder müssen lernen dürfen"

Das Ziel der Caritas sei klar: "Kinder müssen lernen dürfen – egal, wo und unter welchen Umständen sie leben", so Pinter. Die Realität in ukrainischen Krisenregionen: "Die meisten Schulen und Kindergärten wurden geschlossen. In geöffneten Schulen wurde der Unterricht oft auf zwei Stunden am Tag reduziert, manchmal bei nur drei Tagen Unterricht in der Woche. Bei heftigen Beschuss fahren die Schulbusse nicht." 

"Jeden Tag Gefechte"

Als Beispiel für eine vom Ukraine-Krieg erschütterte Kleinstadt nennt Pinter Krasnohorivka: "Die Stadt hat etwas mehr Einwohner als Eisenstadt und ist schwer umkämpft. Dort lebt auch der Bub Ilya in einem zerschossenen Wohnblock. Der Krieg hat bei ihm Spuren hinterlassen. Jeden Tag gibt es Gefechte, oft kann er nicht schlafen und ständig begleitet ihn die Angst." Im Caritas-Kinderzentrum "Rotkäppchen" bekomme der Bub nicht nur eine Lernhilfe sowie Verpflegung, sondern auch psychologische Unterstützung. "Langsam geht es ihm wieder besser."

Dringlichkeit der Hilfe

Dr. Alexander Burka, Osteuropa-Kulturwissenschafter an der FH Burgenland, verweist diesbezüglich auf die Dringlichkeit der Hilfe, weil "nicht zuletzt marginale staatliche Sozialpolitik und internationales Weg-Sehen die Lage für die Menschen am Rande der ukrainischen Gesellschaft im Dunkeln lassen."

Was Ihre Spende bewirkt

Zehn Euro ermöglichen einem schwer behinderten Kind eine Behandlungseinheit. Mit 15 Euro kann ein Waisenkind einen Monat lang mit einer gesunden Jause in die Schule gehen. 30 Euro schenken einem syrischen Flüchtlingskind ein Nothilfepaket und mit 35 Euro wird einem Kind der Besuch eines Kinderzentrums für einen Monat ermöglicht.
Am 4. Februar findet in allen burgenländischen Pfarren eine Kirchensammlung für Kinder in Not statt. Weiters kann über Erlagscheine in allen Erste Banken und Raiffeisenbanken, oder auch online über www.caritas-burgenland.at geholfen werden. 2017 spendeten die Burgenländer rund 60.000 Euro für Kinder in Not.   

Wie die Caritas in der Ukraine hilft:
- Lernhilfe, Verpflegung und psychosoziale Betreuung in 15 Kinderzentren
- 750 Häuser werden winterfest gemacht, 800 Haushalte mit Kohle und Brennholz versorgt
- Nothilfe für insgesamt 80.000 Menschen

Wie die Caritas in Rumänien hilft:
- Caritas Waisenhaus in Wetschehaus (dieses wird entgegen Meldungen in sozialen Medien nicht geschlossen; neun von 13 betreuten Kindern werden allerdings aufgrund besserer Ausbildungschancen in ein Caritas-Heim in Temesvar übersiedelt, sagt die Caritas) 
- Betreuung von Sozialwaisen in Temesvar
- Mobile medizinische Betreuung von rund 90 Kindern mit Behinderung
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