30.08.2016, 16:27 Uhr

Passionsspiele ohne bischöflichen Besuch

Das Fernbleiben von Ägidius Zsifkovics aus St. Margarethen erhitzte die Gemüter

ST. MARGARETHEN. Seit der Versetzung des Pfarrers Georg Lang sind nicht alle in St. Margarethen auf Bischof Ägidius Zsifkovics gut zu sprechen. Dass der Bischof nun den Passionsspielen fernblieb, trug nicht zur positiven Stimmung bei – sogar wütende Anrufe sollen im Bischofsbüro eingegangen sein.

Anonymes Schreiben


In einem anonymen Brief wurde das Fernbleiben von den Spielen als „Affront gegenüber den Passionsspielen“ bezeichnet, „dass der Einsatz und die Opferbereitschaft der Passionsspieler nicht respektiert wird“.

„Bischof meidet St. Margarethen nicht”

„Es kann überhaupt keine Rede davon sein, dass Bischof Zsifkovics St. Margarethen, die Passionsspiele oder sonst eine burgenländische Pfarre ,meidet'“, klärt Dominik Orieschnig, Pressesprecher der Diözese, auf. „Es ist zutreffend, dass der Bischof die Passionsspiele nicht besucht hat. Er hat aber stattdessen eine sehr herzliche schriftliche Grußbotschaft an alle Beteiligten und an St. Margarethen gerichtet“, so Orieschnig.

„Besuch wäre angebracht gewesen”

Wolfgang Miehl, Vorstandsmitglied der Passionsspiele, sieht das Fernbleiben des Bischofs von zwei Seiten. „Ein Besuch wäre schon angebracht gewesen. Aber wenn es stimmt, dass er (Zsifkovics) telefonisch beschimpft und bedroht wurde, kann ich es verstehen. Möglicherweise wäre er von manchen Leuten ausgepfiffen worden. Vielleicht wollte er das mit seiner Abwesenheit verhindern, um die Spiele nicht zu stören“, mutmaßt Miehl.
„Den Zusehern ist die Abwesenheit des Bischofs wahrscheinlich gar nicht aufgefallen, aber den Mitwirkenden natürlich schon. Vielen hat das nicht gefallen bzw. viele konnten das nicht nachvollziehen.“

Gesamtwohl im Fordergrund

Für Miehl ist es auch denkbar, dass diejenigen, die sich nun über das Nicht-Erscheinen aufregen, damals auch beim Bischof angerufen und ihn beschimpft haben. In der Diözese gehören sowohl lobende als auch kritische Telefonate zum Alltag: „Dies ist wichtiger Teil einer in beide Richtungen offenen Kommunikationslinie und wesentlich für den Dienst einer modernen Kirche. Auf die konkrete Termingestaltung, die sich immer am Gesamtwohl der Diözese und am Machbaren zu orientieren versucht, kann und darf dies freilich keine Auswirkung haben“, erklärt Orieschnig.
Zum anonymen Brief meint Miehl: „Ich kann mir gut vorstellen, dass manche derjenigen, die sich jetzt über sein Nicht-Erscheinen aufregen, damals bei ihm angerufen und beschimpft haben.“
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