16.10.2014, 14:27 Uhr

Gefangen im Netz

(Foto: olly-Fotolia)
REGION (cd). In der digitalen Welt sind die Möglichkeiten unendlich und die Antworten auf unsere Fragen nur einen Mausclick entfernt. Ob Online-Rollenspiel oder Social Media-Plattform es gibt immer noch etwas zu entdecken, noch etwas zu tun. Es fällt schwer abzuschalten, man verirrt sich in der digitalen Welt. "Die meisten Menschen, die zu uns kommen, sind abhängig von Online-Rollenspielen", sagt Peter Eberle, Experte für Internetsucht am Institut für Suchtprävention von pro mente.

Wenn das Spiel zum Zwang wird

Weltweit sind bis zu 100 Millionen Spieler in diesen virtuellen Welten registriert. "Das Spiel läuft immer weiter, man hat Angst etwas zu verpassen, wenn man den Computer ausschaltet", erklärt Eberle das hohe Suchtpotenzial von Online-Rollenspielen. Viele der Spiele identifizieren sich immer stärker mit ihrem Online-Alter-Ego, dem Avatar. Soziale Bestätigung erfahren die Spieler innerhalb ihrer Gilde, das sind Gruppen in denen man sich zusammenschließt. Vergleichsweise selten kommt es laut Eberle vor, dass Menschen sich Hilfe suchen, weil sie abhängig von Social Media-Plattformen sind. "Von einer Sucht kann man sprechen, wenn der Zwang das Internet zu nutzen das Leben bestimmt, also wenn sich das Leben um das Internet dreht", sagt Eberle.



Nutzungszeiten vereinbaren

Der Experte für Internetsucht weiß, das es schwer ist Betroffene zu überzeugen, das ihr Internekonsum ein Problem ist. Oft kommen zunächt die Eltern von Kindern die zu viel Zeit online verbringen, um sich über Internetsucht zu informieren. Man sollte nicht erst reagieren, wenn der Internetkonsum zum Problem wird. Eberle empfiehlt bereits präventiv die Online-Nutzung der Kinder zu begleiten: "Es ist wichtig Grenzen zu setzen, Nutzungszeiten zu vereinbaren und darauf zu achten, dass Essens-, Lern- und Schlafzeiten eingehalten werden." Außerdem sollten die Eltern ihre Kinder im Internet begleiten und sich ansehen welche Spiele sie spielen.

Comput
Wie jede Sucht führt Internetsucht nicht nur zu sozialer Isolation sondern auch zu physischen und psychischen Problemen. Es kommt zu Schlafstörungen, gestörtem Essverhalten, Kopfschmerzen, Sehnenscheidenentzündung. In Oberösterreich gibt es noch nicht viele Therapieansätze. Man arbeitet vorwiegend mit Gruppentherapie. Hier lernen Betroffene Abstand vom Spiel und vom Computer zu gewinnen und das Leben wieder eigenständig zu organisieren. "Computer sind Teil des Lebens, man kann sie nicht einfach ausschließen, daher müssen Internetsüchtige lernen sie verantwortungsvoll zu nutzen", sagt Eberle. Der Experte hält auch Vorträge für Lehrer und Eltern über die Prävention von Internetsucht. In der Ambulanz für Spielsucht in der Landesnervenklinik Linz Wagner-Jauregg berät der Psychiater Kurosch Yazdi Betroffene und Angehörige. Nähere Informationen auf http://www.promenteooe.at/spielsucht/index.htm
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