ÖBB plant Maßnahme
Fäkalien beim Wiener Hauptbahnhof sorgen für Ärger
- Menschliche Exkremente, Hundekot und Müll prägen an einigen Stellen das Bild rund um den Wiener Hauptbahnhof.
- Foto: Antonio Šećerović/MeinBezirk
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Menschliche Exkremente, Hundekot und Müll prägen an einigen Stellen das Bild rund um den Wiener Hauptbahnhof. Ein Lokalaugenschein von MeinBezirk dokumentierte die Verunreinigungen. Bei der Frage, wer für die Reinigung zuständig ist, herrschte kurz Uneinigkeit: ÖBB und Stadt Wien sahen jeweils die andere Seite in der Verantwortung.
WIEN/FAVORITEN/WIEDEN. Laut dem US-amerikanischen Consumer Choice Center landete der Wiener Hauptbahnhof im „European Railway Station Index“ 2025 auf dem achten Platz. Analysiert wurden etwa Serviceleistungen, Barrierefreiheit und Wartezeiten auf den Bahnsteigen sowie weitere Mobilitätsangebote. Die Sauberkeit des Bahnhofsvorplatzes war hingegen kein eigenes Bewertungskriterium.
Trotz der guten Platzierung zeigt sich an manchen Stellen rund um den Bahnhof ein anderes Bild. Vor der großen Bahnhofsuhr gibt es zahlreiche Sitzgelegenheiten, auf denen Wartende oder Anrainer Platz nehmen können. Hier findet man auch Fahrradabstellanlagen und Haltestellen für die Bim-Linien D, O und 18. Wie viele große Verkehrsknotenpunkte wird auch der Wiener Hauptbahnhof von Menschen ohne festen Wohnsitz als Aufenthaltsort genutzt.
- Bei der Frage, wer für die Reinigung zuständig ist, herrscht jedoch Uneinigkeit: ÖBB und Stadt Wien sehen jeweils die andere Seite in der Verantwortung.
- Foto: Antonio Šećerović/MeinBezirk
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Deshalb sieht man besonders in der Früh und am Abend einige Obdachlose auf den Bänken oder neben den Sitzgelegenheiten schlafend. Falls es zu Verstößen gegen die Hausordnung kommt, schreiten Sicherheitsmitarbeitende der ÖBB ein, in enger Abstimmung mit der Polizei, erklärt man gegenüber MeinBezirk.
Unangenehmer Anblick zwischen Lüftungsanlagen
Auf dem Bahnhofsvorplatz bleibt regelmäßig Müll zurück. Ein MeinBezirk-Lokalaugenschein zeigte an mehreren Tagen alte Zeitungen, Zigarettenstummel, Plastikmüll und Sonstiges auf dem Boden. Auf MeinBezirk-Anfrage teilte die zuständige MA 48 (Abfallwirtschaft, Straßenreinigung und Fuhrpark) mit, dass die Bereiche mehrmals täglich gereinigt werden.
Doch eine andere Art der Verschmutzung sorgt für unangenehme Anblicke und Gerüche. Vor dem Hauptbahnhof bzw. vor einem Seiteneingang auf der Seite des Wiedner Gürtels befinden sich mehrere Lüftungsanlagen für die unterirdischen Öffi-Anlagen. Die Zwischenräume werden offenbar immer wieder zum Verrichten der Notdurft genutzt. MeinBezirk bemerkte vor Ort vereinzelt menschliche Exkremente und Hundekot sowie Urinlaken, die das Erscheinungsbild eines der wichtigsten Verkehrsknotenpunkte des Landes beeinträchtigen. Seit mehreren Monaten ist auch einer der Zwischenbereiche zudem mit Absperrbändern gesichert. Der Grund dafür sind wohl die Verunreinigungen.
- Auf MeinBezirk-Anfrage teilte die zuständige MA 48 (Abfallwirtschaft, Straßenreinigung und Fuhrpark) mit, dass die Bereiche mehrmals täglich gereinigt werden.
- Foto: zVg
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Die Verschmutzung ist dort jedoch teilweise über längere Zeit sichtbar. Warum wird das nicht gereinigt, besonders weil es zuletzt nicht so oft regnete? In einer ersten Stellungnahme der ÖBB war die MA 48 dafür zuständig: „Dies betrifft sowohl die angesprochenen Flächen als auch Mistkübel und Bänke. Wir stehen dazu in regelmäßigem Austausch mit der MA 48 und bringen bestehende Problemstellungen entsprechend ein. Ob und wann eine Desinfektion einzelner Bereiche erfolgt, liegt daher nicht im Verantwortungsbereich der ÖBB.“
MA 48 sieht es anders
Doch die Stadt sah das anders: „Der Bereich zwischen den Lüftungstürmen fällt nicht in die Zuständigkeit der MA 48. Entgegen der Aussage der ÖBB befinden sich die Lüftungsräume nicht am Bahnhofsvorplatz.“ Konfrontiert mit der Antwort der Stadt prüften die Bundesbahnen erneut die Zuständigkeit – man habe sich geirrt. Für den Bereich rund um die Tunnelbelüftungen sei man doch verantwortlich und die Reinigung werde "regelmäßig durchgeführt".
"Leider sind wir dort mit starker, oft täglich mehrmals wiederkehrender Verschmutzung konfrontiert und es ist schwierig, hier mit der Reinigung nachzukommen", so Sprecherin Judith Winder. Demzufolge wird man im kommenden Jahr, womöglich im Frühjahr, den Bereich einzäunen, um der "wiederkehrenden Verunreinigung so entgegen wirken zu können."
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