Bald zwölf Jahre alt
Über die bewegte Geschichte des Wiener Hauptbahnhofs

Seit zwölf Jahren steht der Wiener Hauptbahnhof. Die Züge auf dem Areal fuhren aber schon viel länger. | Foto: APA-Images/Karl Schöndorfer
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  • Seit zwölf Jahren steht der Wiener Hauptbahnhof. Die Züge auf dem Areal fuhren aber schon viel länger.
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Der Wiener Hauptbahnhof befindet sich in seiner Pubertät, das Areal wird schon seit Jahrhunderten von Zügen befahren. MeinBezirk blickt zurück auf eine bewegte Geschichte.

WIEN/WIEDEN/FAVORITEN. Am 10. Oktober feiert der Hauptbahnhof Wien seinen zwölften Geburtstag. Auf Menschenjahre gerechnet, sollte er demnächst pubertieren. Der Öffi-Knotenpunkt ist einer der jüngeren Zug-Zentralen Österreichs. Das hat den Vorteil, dass der Gebäudekomplex nach modernen Bauprinzipien errichtet wurde.

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Der Hauptbahnhof war aber keine leichte Geburt. Der feierlichen Eröffnung im Jahr 2014 gingen Jahrzehnte der Planungsarbeit voran. Die Station ist jung – auf dem Areal pfeifen die Züge aber schon seit Längerem. Einst befanden sich hier in nächster Nähe der Süd- und der Ostbahnhof.

Die "schirche" Gründerzeit

Beide hatten ihrerseits eine lange Geschichte hinter sich, beide waren zentrale Stationen für die respektive Südbahn und Ostbahn. Sie waren sogenannte "Kopfbahnhöfe", also Sackgassen. Im Zweiten Weltkrieg wurden der Süd- und Ostbahnhof von Bomben zerstört. Statt die Gebäude zu restaurieren, entschloss man sich, einen gemeinsamen Bahnhof für beide Zuglinien zu errichten.

Genannt wurde er Südbahnhof, er befand sich am heutigen Erste Campus. Heutzutage würde die Entscheidung vermutlich zu Aufruhr führen: Die Kriegsschäden an den beiden Gebäuden aus den späten 1860er-Jahren wären eigentlich behebbar gewesen. Die Gründerzeit-Architektur wurde aber knappe 100 Jahre später nicht als zu erhalten gewürdigt, so entschied man sich für den Neubau.

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Der Traum des Durchzugs

Die Teileröffnung des Südbahnhofs erfolgte im Jahr 1956. Leidtragender des Zusammenschlusses war der Ghegaplatz. Auf der Fläche an der Ecke der Arsenalstraße und des Wiedner Gürtels wurde der neue Bahnhof errichtet. Der Platz wurde bald aus dem Straßenverzeichnis der Stadt Wien gestrichen. Der Bahnhof fungierte weiter als Kopfbahnhof, nunmehr in zwei getrennten Richtungen.

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Der neue Südbahnhof war strategisch unpassend, das Kopf-System stellte sich bald als organisatorisches Problem heraus. Stadt und Bund träumten von einem Bahnhof, der einer Millionenstadt gerecht würde.

In seiner Pubertät

1995 fand ein erster Ideenwettbewerb statt. 2003 einigten sich Stadt, Bund und die Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) auf die Errichtung eines Durchzugsbahnhofs. 2004 wurde ein internationales Expertenverfahren ausgeschrieben. 2009 wurde der Südbahnhof geschlossen, ein Jahr später startete der Abriss.

Eine Milliarde Euro und zwei Jahre später befuhren die ersten Züge den Hauptbahnhof. Da das neue Areal weitaus kleiner war, konnten neben dem Bahnhof neue Grätzl errichtet werden – ob Sonnwendviertel oder Quartier Belvedere. Inzwischen sind zwölf Jahre vergangen. An den Anblick des Hauptbahnhofs hat man sich gewöhnt – im Vergleich zu seinen Vorgängern ist er aber wirklich erst in seiner Pubertät.


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Seit zwölf Jahren steht der Wiener Hauptbahnhof. Die Züge auf dem Areal fuhren aber schon viel länger. | Foto: APA-Images/Karl Schöndorfer
Der einstige Südbahnhof stand dort, wo sich heute der Erste Campus befindet. | Foto: Paul Ledermann/Wien Museum
Im Jahr 2010 starteten die Abrissarbeiten. | Foto: APA-Images/APA/ROLAND SCHLAGER
Foto: APA-Images/WirtschaftsBlatt/MAYR Elke
Foto: Wien Museum
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