Präsentation
Buch über klaffende Löcher bei der Pflege: Statt Korrekturen wuchern Regeln in Bundesländern

Vorstellung im Festsaal des FH Campus in Favoriten: Die Präsidentin des Österreichischen Gesundheits- und Krankenpflegeverbandes, legte als Buchautorin den Finger auf lange offene Wunden im Pflegewesen und versucht mit Fachleuten Lösungswege für die Politik auf Bund-, Länder- und Gemeindeebene aufzuzeigen.  | Foto: Karl Ettinger
  • Vorstellung im Festsaal des FH Campus in Favoriten: Die Präsidentin des Österreichischen Gesundheits- und Krankenpflegeverbandes, legte als Buchautorin den Finger auf lange offene Wunden im Pflegewesen und versucht mit Fachleuten Lösungswege für die Politik auf Bund-, Länder- und Gemeindeebene aufzuzeigen.
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Sie kennt sich aufgrund ihrer langjährigen Tätigkeit aus im Pflegewesen und Gesundheitssystem in Österreich. Die Worte von Elisabeth Potzmann, der Präsidentin des Österreichischen Gesundheits- und Krankenpflegeverbandes (ÖGKV), haben daher Gewicht.

Rechtzeitig bevor Österreichs Bundesregierung die bis Ende dieses Jahres angekündigte Gesundheits- und Pflegereform mit Bundesländern und Gemeinden aushandelt, hat sie auf 145 Seiten nicht nur ihre Besorgnis wegen teils seit Jahrzehnten ausstehenden Neuregelungen im Pflegebereich niedergeschrieben. Kombiniert ist das mit von Fachleuten in Interviewform beigesteuerten Vorschlägen zum Stopfen der Lücken in der Pflege beginnend von der Ausbildung und dem Abwandern in andere Berufe über neue Herausforderungen durch die Klimakrise bis zu fehlenden bundesweiten Gesetzesvorgaben und zur ungeklärten Finanzierung. 

Am Montagabend wurde das Buch von Elisabeth Potzmann "Löcher stopfen. Pflegepolitik in Österreich - zwischen Versagen und Hoffnung" auf dem FH Campus in Wien-Favoriten in Anwesenheit von Gesundheitsstaatssekretärin Ulrike Königsberger-Ludwig (SPÖ) und Vizerektorin Elisabeth Haslinger-Baumann vorgestellt. Der vollbesetzte Festsaal zeigte das Interesse an dem Thema. Schließlich steigt die Zahl der alten und hochbetagten Menschen, die pflegebedürftig sind, in Österreich weiter. Das stellt künftig noch größere Herausforderungen in einem Bereich, der ohnehin schon lange mit großem Personalmangel, steigenden Kosten und Budgetknappheit kämpft.

Unterschätzte heiße Sommer mit Folgen für die Pflege

Ein Ansatzpunkt für Verbesserungen sind die für junge, sozial orientierte Menschen zunehmend weniger überschaubare Ausbildungsmöglichkeiten in den Bundesländern, die im Pflegewesen das Sagen haben.  Dabei werden Aufgaben vom gehobenen Gesundheits- und Pflegedienst auf für die Länder billigeres Personal im Pflegebereich abgeschoben. Potzmann beklagt in ihrem im Ampuls-Verlag erschienenen Buch eine "Nivellierung nach unten" zum Nachteil für die Versorgung der Menschen.

In einem eigenen Abschnitt wird einem bisher von der Politik noch stark ignorierten Bereich Platz eingeräumt: den Folgen der Klimakrise samt noch heißerer Sommer für die Pflege. Denn Hitze wird speziell für ohnehin schon gesundheitlich angeschlagene, sogenannte vulnerable Gruppen, tatsächlich lebensgefährlich. 

Bei der Finanzierung wird der Finger in eine seit einem Jahrhundert offene Wunde gelegt. Dabei geht es um die Trennung zwischen Gesundheit, für die die Bundespolitik zuständig ist, und den Pflegesektor, der in den Händen der Bundesländer liegt. Dabei wird ein Überwinden dieser streng gehüteten Schrebergärten Gesundheits- und Pflegewesen dringend empfohlen. 

Die Autorin gibt dabei bewusst nicht vor, dass die gesamten Ideen für Perspektiven nur auf ihr Hirnschmalz zurückgehen. Potzmann bringt diese vielmehr über Expertinnen wie die Pflegewissenschaftlerin Manela Glarcher, die Klimaökonomin Sigrid Stagl, den Medizinrechtler Karl Stöger und den Gesundheitsexperten Ernest Pichlbauer ein. Abgerundet wird das Werk von einem sieben Seiten umfassenden aufklärenden Glossar.

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